Nachrichten | 24.7.2006

Gift im Gen-Mais

Greenpeace legt aktuelle Literaturstudie zur Maissorte MON 810 vor

Der Anbau von Gen-Mais bedroht Honigbienen, geschützte Schmetterlinge und Bodenorganismen. Dies ist das Ergebnis einer von Greenpeace vorgelegten Studie, die aktuelle Forschungsergebnisse auswertete. Darin fanden sich nach Angaben der Umweltorganisation eine Vielzahl von Belegen für negative Umwelteffekte. Denn die genmanipulierten Mais-Sorten produzieren ein Insektengift, das Bt-Toxin, das sonst nur in bestimmten Bakterien vorkommt. Durch den Mais-Anbau wird es jedoch zum festen Bestandteil von Futter- und Lebensmitteln und reichert sich auf dem Acker an.

Die wichtigsten Ergebnisse der Auswertung:

  • Untersuchungen auf Gen-Maisäckern zeigten, dass das Bt-Toxin auch noch mehrere Monate nach der Ernte in Pflanzenresten und im Boden nachgewiesen werden kann und aktiv ist.
  • Auf Dauer reichert sich das Gift im Boden an. Die Folgen der Anreicherung sind nicht erforscht.
  • Der Gen-Maisanbau schädigt Bodenorganismen wie Trauermückenlarven oder Fadenwürmer und lässt weniger Regenwürmer aus ihren Eiern schlüpfen.
  • Der Gen-Maispollen ist für mehrere Schmetterlingsarten schädlich und schädigt bereits geschwächte Bienenvölker.
  • Bt-Gift aus Maispflanzen widersteht der Verdauung im Wiederkäuermagen und wird mit dem Kot wieder ausgeschieden. So kann es mit dem tierischen Dung auch wieder auf Felder und Weiden gelangen.
  • Die Konzentrationen des Bt-Toxind in den einzelnen Pflanzenteilen schwanken stark. Zudem unterscheiden sich in verschiedenen Gen-Maissorten auch die Eiweiße, aus denen sich das Gift zusammensetzt.

Die Greenpeace-Studie zeigt auch auf, dass die Auswirkungen des Gen-Maises auf die biologische Vielfalt in Europa von den Zulassungsbehörden bisher nicht geprüft wurden. Im Oktober läuft die EU-Genehmigung für den in Deutschland auf 950 Hektar angebauten Gen-Mais MON 810 aus. Auf Basis der wissenschaftlichen Befunde fordert Greenpeace, dass die Neuzulassung gestoppt und der Gen-Mais vom Markt genommen wird. In einigen EU-Ländern ist der Anbau von MON 810 verboten.

Die Zusammenfassung der Studie

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