Nachrichten | 24.8.2006

Kaum Verstöße bei GVO-Kennzeichnung

Information zu Gentechnik-Kontrollen in Lebensmitteln

Die Vorschriften zur Gentechnik-Kennzeichnung werden im deutschen Lebensmittelsortiment weitestgehend eingehalten. Allerdings sind in vielen Produkten GVO-Spuren nachzuweisen. Das geht aus den Ergebnissen der Überwachungsbehörden der Bundesländer hervor.

Auf www.transgen.de, einem Internetportal der Verbraucherinitiative, sind die Ergebnisse erstmals ausgewertet und übersichtlich zusammengestellt worden.

Die Überwachungsbehörden der Bundesländer kontrollieren jährlich mehrere tausend Proben, vor allem soja- und maishaltige Lebensmittel, aber auch Papayas, Tomaten, Fische, Honig oder Senf. Untersucht wird, ob in ihnen gentechnisch veränderte Organismen (GVO) nachweisbar sind. "Mit Hilfe der Auswertung auf www.transgen.de können sich Verbraucher erstmals selbst ein Bild davon machen, wie weit GVO in deutschen Lebensmitteln verbreitet sind und ob die Regeln zur Kennzeichnung eingehalten werden," so Laura Groche, Ernährungsreferentin der Verbraucherinitiative.

GVO-Anteile finden sich vor allem in sojahaltigen Produkten. Bei knapp einem Prozent der bundesweit untersuchten Proben wurde der Kennzeichnungs-Schwellenwert von 0,9 Prozent überschritten. In der Regel waren diese Produkte nicht gekennzeichnet. Es handelte sich meist um importierte Erzeugnisse, die außerhalb der großen Handelsketten vertrieben werden. Beispiele dafür sind etwa Sojabohnenpaste aus Japan, "Pizzaschinken", asiatische Nudelsuppen oder Kekse aus Russland.

In etwa 15 - 30 Prozent der untersuchten sojahaltigen Lebensmittel waren geringe GVO-Anteile zwischen 0,1 und 0,9 Prozent nachweisbar. Diese sind jedoch, sofern es sich um zufällige, technisch unvermeidbare GVO-Einträge handelt, von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Im Vergleich zu den Vorjahren nahm der Anteil der Lebensmittel, bei denen gv-Soja nachweisbar war, in den Jahren 2004 und 2005 in einigen Bundesländern zu. So wurden in Bayern im Jahr 2004 noch 19, im Jahr 2005 dagegen 35 Prozent der untersuchten Proben positiv getestet.
Bei maishaltigen Lebensmitteln waren etwa 10 Prozent GVO-positiv. Fast immer lag der GVO-Anteil weit unterhalb der 0,9-Prozent-Schwelle. Mit Ausnahme von Papayas wurden keine gv-Lebensmittel gefunden, die in der Europäischen Union nicht zugelassen sind.

Hintergrundinformationen und die vollständige Auswertung stehen kostenlos unter www.transgen.de zur Verfügung.

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