Nachrichten | 12.9.2006

Manipuliertes Erbgut in der Milch

Italienische Forscher wiesen DNA aus Gentech-Futtermitteln nach

Wissenschaftler der Universität Catania haben gentechnisch verändertes Erbgut von Mais- und Sojapflanzen in Konsummilch auf dem italienischen Markt nachgewiesen. Sie untersuchten insgesamt 60 Milchproben und fanden in 23 Proben Bruchstücke transgener Mais-DNA und in sieben Proben Teile von transgener Soja-DNA. Betroffen davon war auch Bio-Milch.

Bisher behaupteten Gentechnik-Befürworter immer, dass das manipulierte Erbgut in den Futtermitteln nicht in die Milch – oder andere tierische Produkte – übergehen könne. Als Greenpeace Deutschland vor zwei Jahren erstmals DNA-Bruchstücke von Gen-Soja in einer Milch nachwies, warfen Kritiker der Umweltorganisation schlampige Messmethoden vor. Nun haben Wissenschaftler erstmals in einer größer angelegten Untersuchung manipuliertes Futtermittel-Erbgut in der Milch nachgewiesen und dies in einem anerkannten Fachjournal veröffentlicht.

Die Autoren der Studie betonen zwar, dass von diesen Erbgut-Bruchstücken keine Gefahr ausgehe. Dabei berufen Sie sich jedoch nur auf allgemeine Stellungnahmen der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Welternährungsorganisation FAO. Auf die Frage, wie die DNA in die Milch gelangt ist, geben die italienischen Forscher mehrere mögliche Erklärungen. Das Erbgut könne über den Darm in die Blutbahn der Tiere und von dort in die Milch gelangt sein. Mögliche Ursachen der Belastung könnten aber auch Verunreinigungen des Euters mit Fäkalien oder der Stall-Luft mit Futtermittelstaub sein. Was die verunreinigte Bio-Milch angeht, weisen sie darauf hin, dass Gen-Futter für Bio-Tiere verboten ist und sprechen von schlechter Qualitätssicherung.

Die Arbeit im Original

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