Nachrichten |17.10.2006

Gen-Reis ist überall

Neue Funde in Deutschland und im Nahen Osten

Immer wieder finden Behörden und Umweltorganisationen Reis, der mit den Gentechniksorten LL601 von Bayer oder Bt63 aus China verunreinigt ist. Aktuellster Fall: Auf einer internationalen - von Monsanto und Bayer gesponserten – Reiskonferenz in New Delhi hat die Umweltorganisation Greenpeace neue Gen-Reis-Analysen vorgestellt. Der LL601-Reis fand sich in Proben von US-Reis aus Supermärkten in Dubai, Kuweit und den Vereinigten Emiraten gekauft hatte. Greenpeace vermutet, dass auch in andern Ländern Asiens verunreinigter Reis zu finden ist. Der Nahe Osten sei der zweitgrößte Importeur von US-Reis und versorge damit weite Gebiete Asiens.

Illegaler Gen-Reis aus den USA wurde bislang auch in Schweden, Frankreich, Österreich, Schweiz, Italien, Norwegen, Griechenland, Irland, den Niederlanden, Finnland und Zypern gefunden. In Deutschland haben in fast allen Bundesländern die Lebensmittelbehörden Gen-Reis-Funde gemeldet. Meist handelte es sich um LL601, in mehreren Bundesländern stellten die Behörden auch mit Bt63 verunreinigten Reis aus China sicher. Mehrere Supermarktketten und einzelne Hersteller mussten betroffene Produkte aus den Regalen räumen oder zurückrufen. Illegaler Gen-Reis aus China wurde auch in Frankreich, Großbritannien und Österreich gefunden.

Die EU-Kommission hat angekündigt, dass alle Reis-Importe aus USA kontrolliert werden sollen. Noch verhandelt sie mit den US-Landwirtschaftsbehörden über gemeinsame Teststandards. Bisher genügt es, wenn ein US-Zertifikat bestätigt dass der Reis gentechnikfrei ist. Doch die Kontrolleure fanden auch in einer derart zertifizierten Reislieferung Verunreinigungen. Andere Länder gehen weiter als die EU. Japan hat die Einfuhr von US-Langkornreis verboten. Der größte Reiskonzern der Welt, die spanische Ebro Puleva, importiert keinen Reis mehr aus den USA. Auch deutsche Reisimporteure und Supermarktketten haben angekündigt, auf US-Reis zu verzichten.

Die gentechnikfreundliche EU-Lebensmittelbehörde EFSA hat erklärt, dass die wissenschaftlichen Daten nicht ausreichen, um entsprechend den Leitlinien zur Risikobewertung von gentechnisch veränderten Organismen die Sicherheit des LL601-Reises zur garantieren. Die Behörde geht trotzdem davon aus, dass der Verzehr keine unmittelbare Gefahr für Mensch oder Tier darstellt.

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