Nachrichten | 2.10.2006

Bundesregierung fördert Grüne Gentechnik

Millionen für industrielle Anwendungen / Sicherheitsforschung nur als Nebensatz

Die Bundesregierung will gentechnische Anwendungen stärker fördern und bis 2015 die europäische Spitzenposition in Pflanzenbiotechnologie und Pflanzenzüchtung erreichen. Im Rahmen ihrer High-Tech-Strategie will sie für den Bereich Pflanzenforschung bis 2009 300 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Für Biotechnologie soll es 430 Millionen geben. Ein Teil dieser Mittel wird in die Grüne Gentechnik fließen.

Das Bundesforschungsministerium schreibt dazu: „ Die Hightech-Strategie sieht in der grünen Biotechnologie ein großes Betätigungsfeld. Ganz klar bekennt sich die Bundesregierung zur Novellierung des Gentechnikgesetzes. Die geringe Verbraucheraktzeptanz wird als Herausforderung beschrieben, der vor allem im Dialog begegnet werden soll. Statt sich ausschließlich auf die Risiken zu konzentrieren, sollen vor allem auch die Chancen diskutiert werden. Diese werden insbesondere in der Agrar- und Forstwirtschaft, aber auch im Nahrungsmittelbereich gesehen.“

Im Blick hat die Bundesregierung dabei nicht nur Nahrungsmittel, sondern auch Pflanzen als nachwachsende Rohstoffe für Industrie und Energiegewinnung. In der Broschüre „Die Hightech-Strategie für Deutschland“ heißt es: „Pflanzen bieten ein erhebliches Potenzial als kostengünstige, umweltverträgliche sowie rohstoff- und energieeffiziente Produktionssysteme, die mit maßgeschneiderten „plant made“-Inhaltsstoffen Rohstoffe und Synthesebausteine liefern und darüber hinaus noch Polymere, Pigmente, Fette und Stärke produzieren, die z. B. in der Automobil- oder Papierindustrie Anwendung finden. Pflanzen mit hoher Toleranz gegen Schädlinge und einer verbesserten Aufnahmefähigkeit für Nährstoffe erschließen neue Anbaugebiete, tragen zur Wirtschaftlichkeit der Produktion und zur Verringerung ökologischer Belastungen bei. Für nachwachsende Rohstoffe wird die Züchtung ertragreicher Rohstoff- und Energiepflanzen im Vordergrund stehen.“

Mit 50 Millionen Euro will die Bundesregierung die Züchtung und Verarbeitung von Pflanzen fördern, die „maßgeschneiderte innovative Inhaltsstoffe zur industriellen Weiterverarbeitung produzieren“ oder mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe enthalten. Dies umfasst auch gentechnisch veränderte Pflanzen. Deshalb heißt es im Bericht am Schluss dieses Kapitels:. „Als Grundlage für diese international wettbewerbsfähige FuE-Tätigkeit und die Erschließung neuer Märkte bedarf es forschungs- und innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen. Nationale und europäische Regelungen, insbesondere im Gentechnikrecht, müssen so ausgestaltet werden, dass sie die Forschung, Entwicklung und Anwendung der Gentechnik befördern.“

Natürlich soll das Gesetz „gleichzeitig dem Schutz von Mensch und Umwelt gerecht werden.“ Doch das Thema Sicherheitsforschung findet sich nur in einem Nebensatz. Als eine der Stärken des Standorts führt der Bericht auf, dass der Umgang mit transgenen Pflanzen intensiv untersucht werde.

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