Nachrichten |30.10.2006

Österreich kritisiert EU

Risiken des Gen-Maises MON 810 nur schlampig untersucht

Im Streit um das nationale Verbot der Gen-Maissorte MON 810 wirft das österreichische Gesundheitsministerium der EU-Lebensmittelbehörde EFSA eine unzureichende Risikoabschätzung vor. Die Österreicher belegen dies mit einem Gutachten, dass sowohl die der EFSA vorliegenden Studien über MON 810 als auch die Vorgehensweise der EFSA bei der Risikoabschätzung unter die Lupe nahm. Das Fazit: Wer nicht nach schädlichen Wirkungen sucht, findet auch keine.

Konkret bemängeln die Wissenschaftler des österreichischen Umweltbundesamtes folgendes:

  • Die Abschätzung möglicher toxischer oder allergener Risiken konzentrierte ausschließlich auf das von den genmanipulierten Pflanzen produzierte Bt-Toxin. Sekundäreffekte, die durch die Genmanipulation in anderen Teilen der Pflanze auftreten können, blieben außen vor.
  • Das in den Tests verwendete Bt-Toxin stammte nicht aus angebauten Gen-Pflanzen, sondern aus den Bt-Bakterien, deren Erbgut den Pflanzen eingebaut wurde. Die Tests sind deshalb nicht repräsentativ, weil die Pflanze den Giftstoff wenn sie ihn in ihrem Stoffwechsel produziert, womöglich leicht abändert.
  • Wie sich der Gen-Mais auf Insekten und andere Tierarten auswirkt, ist nur für wenige Arten untersucht worden. Einige neuere Studien, die negative Effekte nachwiesen, hat die EFSA nicht berücksichtigt.
  • Die Wissenschaftler kritisieren, das ein geeigneter Monitoringplan fehlt. Einen solchen Plan schreibt die EU vor, um im Nachhinein möglichen negativen Folgen eines Anbaus auf die Spur zu kommen.

Das Resüme der Forscher: "Es ist nicht verwunderlich, dass bis jetzt keine toxischen Wirkungen der gentechnisch veränderten Pflanzen gefunden wurden, da auch nicht systematisch danach gesucht wurde."

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