Nachrichten |30.10.2006

Neuer Gen-Reis entdeckt

Verunreinigung stammt wieder vom Bayer-Konzern

Französische Behörden haben in Lieferungen aus den USA einen neuen Gen-Reis entdeckt. Nach Angaben von Greenpeace handelt es sich dabei um die Sorte LL 62 von Bayer CropScience. Dieser Reis ist, ebenso wie die bisher gefundene Gen-Reissorte LL 601, gegen das von Bayer produzierte Herbizid Liberty mit dem Wirkstoff Glufosinat resistent. LL 62 ist in der EU nicht zugelassen, lediglich einen Antrag aus Zulassung hat Bayer bei der EU-Kommission eingereicht. In den USA ist die Reissorte zugelassen, wird aber nicht vermarktet. Deshalb sind, wie bei LL601, vermutlich Freisetzungsversuche die Ursache der Verunreinigung.

„Schon wieder ein Gen-Reis von Bayer - für diese Verletzung der Sorgfaltspflicht muss der Konzern zur Rechenschaft gezogen werden“, forderte Greenpeace-Gentechnikexperte Henning Strodthoff nach Bekanntwerden der Funde. „Es ist offenkundig, dass Bayer seinen Gen-Reis nicht unter Kontrolle halten kann. Der Konzern muss sofort jegliche Forschung und Anbauversuche stoppen und aus dieser Risikotechnologie aussteigen, bevor weltweit eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel in Mitleidenschaft gezogen wird.“

Die EU hat inzwischen verfügt, dass jede aus den USA ankommende Lieferung von Langkornreis auf gentechnische Verunreinigungen mit LL 601 und LL 62 untersucht werden muss. Die Kosten der Untersuchungen und der dadurch bedingten längeren Aufenthalte der Reis-Frachter in den Häfen müssen die US-Exporteure tragen. Nach Ansicht von US-zeitungen dürfte dies zu einem weitgehenden Stopp von US-Reis-Importen in die EU führen. Der zuständige US-Staatssekretär Floyd Gaibler nannte die Testpflicht „zu beschwerlich und deshalb für uns nicht akzeptabel.“ Thailand meldet unterdessen einen Nachfrage-Boom bei Reis, weil viele EU-Importeure nun dort einkaufen.

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