Nachrichten | 13.11.2006

Ganz ohne Gentechnik

Mehr Vitamin A in Hirse, Mais und Süßkartoffeln

Seit sechs Jahren dient der gentechnisch veränderte „Goldene Reis“ dazu, die angeblichen Vorteile der Grünen Gentechnik zu belegen. Mit seinem hohen Gehalt an Beta-Carotin (Provitamin A) soll er den in Entwicklungsländern aufgrund von Mangelernährung weit verbreiteten Vitamin A - Mangel bekämpfen. Doch bisher hat es der Goldene Reis nicht einmal auf Versuchsflächen geschafft. Die Markteinführung wird jedes Jahr wieder nach hinten verschoben. Jetzt ist 2008 angepeilt.

Während dessen haben mehrere Wissenschaftlerteams mit herkömmlichen Methoden Grundnahrungspflanzen so weitergezüchtet, dass sie mehr Beta-Carotin bilden und damit einen Beitrag zur besseren Versorgung mit diesem lebenswichtigen Vitamin in Entwicklungsländern leisten können. Der Info-Dienst www.gmwatch.org hat einige Beispiele zusammengestellt:

  • Wissenschaftler des Internationalen Reisforschungszentrums in Manila auf den Philippinen haben aus einer traditionellen indischen Reissorte einen Reis gezüchtet, der mehr als doppelt so viel Eisen, Zink und Vitamin A enthält wie herkömmlicher Reis.
  • „Goldene Hirse“ nennen die Wissenschaftler am ICRISAT (International Crops Research Institute for the Semi Arid Tropics) eine von ihnen gezüchtete carotinreiche Perlhirse. Basis der Züchtung war eine Hirsesorte aus Burkina Faso in Westafrika.
  • Süßkartoffeln mit besonders viel Beta-Carotin haben Wissenschaftler am Namulonge and Kabanyoro Research Institute in Uganda gezüchtet. Mit 133 Millionen Tonnen jährlicher Ernte steht die Süßkartoffel auf Platz fünf der wichtigsten Grundnahrungsmittel. Uganda ist einer der wichtigsten Produzenten.
  • Forscher an den Universität von Wisconsin haben einen carotinreichen Mais entwickelt und in Fütterungsversuchen mit Mäusen nachgewiesen, dass er geeignet ist, die Tiere ausreichend mit Vitamin A zu versorgen.
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