Nachrichten | 11.12.2006

Umfrage

Stimmung bleibt gentechnikfrei

Die Deutschen lehnen gentechnisch manipulierte Lebensmittel weiterhin ab. Den staatlichen Schutz vor den Gefahren der Gentechnik halten sie für unzureichend. Dies ergab die Studie "Umweltbewusstsein und Umweltverhalten in Deutschland 2006", für die das Meinungsforschungsinstitutes TNS Emnid im Auftrag der Bundesregierung 2000 Menschen befragt hatte.

Nur sieben Prozent von ihnen würden Lebensmittel aus gentechnisch veränderten Organismen (GVO) kaufen. Für 40 Prozent der Deutschen käme ein Kauf „überhaupt nicht“, für ein Drittel „eher nicht“ in Frage. Mit 73 Prozent ist die Ablehnungsquote ähnlich hoch wie in den Jahren zuvor. Der Grund für die Ablehnung: Die Deutschen halten Gentechnik in der Landwirtschaft für gefährlich, sowohl für die eigene Gesundheit als auch für die Umwelt.

Auf die Frage, für wie gefährlich sie die Verwendung von GVO in Lebensmitteln für sich selbst und ihre Familien einschätzen, antworteten 18 Prozent mit „äußerst gefährlich“, 24 Prozent mit „sehr gefährlich“ und 29 Prozent“ mit „etwas gefährlich“. Für die Antwort „überhaupt nicht gefährlich“ entschied sich nur jeder zwölfte Befragte. Damit lag das Thema Genfood in der Gefahrenskala auf Platz drei der Umweltprobleme, hinter Klimawandel und Atomkraft. Insgesamt schätzten die Befragten die Umweltprobleme jedoch als weniger gefährlich für die eigene Familie ein als noch vor zwei Jahren bei der letzten derartigen Studie.

Auch die Auswirkungen von GVO auf Natur und Umwelt sind nach Ansicht der Deutschen gefährlich. Nur zwei Prozent antworteten auf die entsprechende Frage mit „überhaupt nicht gefährlich“. Dagegen hielten 41 Prozent den Anbau für „etwas gefährlich“ und 38 % für „sehr gefährlich“

Vor diesen möglichen Gefahren schützt der Staat sie unzureichend, meint die große Mehrheit der Deutschen. Auf die Frage, ob der Staat im Bereich der Gentechnik genug tue, um die Sicherheit und Gesundheit der Bevölkerung zu gewährleisten, antwortete nur jeder zwanzigste mit „ja“. 28 Prozent sagten „nein“, ein Drittel „eher nein“.

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