Nachrichten | 3.1.2007

USA preschen vor

Behörden erlauben Fleisch und Milch von geklonten Tieren

Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat in einem vorläufigen Bericht festgestellt, dass Fleisch und Milch von geklonten Rindern, Schweinen oder Ziegen kein "zusätzliches Risiko" für den Menschen darstellen. In etwa einem Jahr soll der endgültige Bericht folgen, der in den USA den Markt für entsprechende Lebensmittel öffnen würde.

„Eine umfassende Auswertung aller verfügbaren Daten ergab keinerlei Risiko für den Verzehr von Lebensmitteln“, heißt es in der Zusammenfassung der Untersuchung. Deshalb ergäben sich für Fleisch und Milch gesunder Klone keine zusätzlichen Risiken im Vergleich mit herkömmlichen Produkten. "Klonen führt im Vergleich mit anderen Reproduktionstechnologien, die in der US-Landwirtschaft praktiziert werden, zu keinen einzigartigen Risiken für die Gesundheit der Tiere" erklärte Stephen Sundlof, Direktor des Zentrums für Veterinärmedizin der FDA, in einer Mitteilung. Aus diesem Grund werde die Behörde auch keine zusätzlichen Anforderungen an die Lebensmittel von geklonten Tieren stellen. Dies bedeutet, dass sie weder eigens genehmigt noch gekennzeichnet werden müssten.

Ob der US-Markt nun mit den Produkten geklonter Tiere überschwemmt wird, erscheint fraglich. In Umfragen haben sich zwei Drittel der Verbraucher gegen Lebensmittel von Klontieren ausgesprochen. Carol Tucker Foreman, Direktorin der Verbraucherorganisation Consumer Federation of America, warf der FDA vor, sie ignoriere Forschungsergebnisse, wonach beim Klonen mehr tote und missgebildete Tiere auf die Welt kämen als bei anderen Fortpflanzungstechniken. Ihr Verband werde Hersteller und Supermarktketten auffordern, den Verkauf von Lebensmitteln von Klontieren zu verweigern. Joseph Mendelson, Direktor der Nichtregierungs-Organisation Center for Food Safety kritisierte: „Die Verbraucher werden ein Produkt bekommen, das potentielle Sicherheitsprobleme birgt, mit einem Rucksack ethischer Fragestellungen beladen ist, und das alles ohne Kennzeichnung.“ Die Verbraucherschutzorganisation OCA (Organic Consumers Organisation) hat bereits zu Protest- Mails an den US-Landwirtschaftsminister aufgerufen.

Das Online-Magazin Telepolis schreibt, dass in den USA das Klonen von Tieren im Unterschied etwa zu genmanipulierten Nutzpflanzen anders wahrgenommen werde. „Die Branche fürchtet einen Einbruch von 15 Prozent bei den Verkäufen, wenn solche Produkte tatsächlich auf den Markt kommen sollten. Noch besteht ein 2001 vereinbartes Moratorium, noch keine Produkte von geklonten Tieren auf den Markt zu bringen, bevor die FDA eine endgültige Entscheidung getroffen hat.“ Diese will die Behörde in etwa einem Jahr treffen. Bis Anfang April sammelt sie Kommentare zu ihrem vorläufigen Bericht.

Der Bericht der FDA

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