Nachrichten | 3.1.2007

Neues Super-Unkraut in den USA

Die ersten Baumwollfarmer geben ihre Felder auf

In den Baumwollfeldern der USA macht sich ein Unkraut breit, das gegen das Monsanto-Herbizid Round Up mit seinem Wirkstoff Glyphosat resistent ist. Es handelt sich um Palmer Amaranth, eine Pflanze, die zwei bis drei Meter hoch wachsen kann und der Baumwolle keinen Platz lässt. Zudem kann das riesige Unkraut die Erntemaschinen für die Baumwollkapseln beschädigen. Das Unkraut wurde bisher in den Baumwoll-Staaten North Carolina und Georgia nachgewiesen und ist weiter auf dem Vormarsch. Die Nachrichtenagentur AP meldete, dass erste Farmer bereits ihre Felde aufgeben mussten. Der Unkrautspezialist Alan York von der Staatsuniversität von North Carolina in Raleigh vergleicht laut AP das Schadenspotential der Amaranth mit dem des Baumwollkapselkäfers, der Anfang des 20. Jahrhundert in den USA empfindliche Baumwollverlusten ausgelöst hat.

Die meisten US-Baumwollfarmer setzen seit Jahren genmanipulierte Baumwolle von Monsanto ein, die gegen den Wirkstoff Glyphosat resistent ist. Durch den dauernden Einsatz des Pestizides wurde jedoch auch der damit bekämpfte Amaranth immer widerstandsfähiger. Weil Glyphosat nun nicht mehr hilft, empfiehlt Monsanto betroffenen Farmern den zusätzlichen Einsatz anderer, noch schädlicherer Pestizide. Das belastet die Umwelt mit weiteren Giftstoffen und macht den Anbau von Gen-Baumwolle für die Farmer finanziell uninteressant.

Im US-Staat Arkansas tauchte im vergangenen Jahr in Feldern mit herbizidresistenten Sojabohnen ebenfalls Amaranth auf, der höhere Konzentrationen an Glyphosat vertrug, als üblich. Nun fürchten die Farmer dort, dass auch ihre Ernten langfristig von dem neuen Superunkraut bedroht sind.
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