Nachrichten | 16.1.2007

Gebrochene Versprechen

Gen-Pflanzen helfen nicht gegen Hunger, Armut und Pestizide

Vom großflächigen kommerziellen Anbau genmanipulierter Pflanzen profitieren weder kleine Bauern noch Verbraucher. Der Einsatz an Pestiziden ist durch die Gen-Pflanzen nicht zurückgegangen, die Erträge sind nicht gestiegen. „Gen-Pflanzen liefern keinen zusätzlichen Nutzen“. Dieses Fazit zieht die internationale Umweltorganisation Friends of Earth (FOE). Sie hat in einer Studie die Auswirkungen des 1996 begonnenen kommerziellen Anbaus von Gen-Pflanzen untersucht.

Profitiert vom Anbau hat nach Ansicht von FOE vor allem der Gentechnik-Konzern Monsanto, der etwa 90 Prozent des angebauten Gen-Saatgutes kontrolliert. Da über vier Fünftel der Pflanzen resistent gegen bestimmte Herbizide sind, verdient der Konzern auch am Herstellen dieser Giftstoffe. Auch einige große Farmen in den USA und Argentinien hätten durch Arbeitserleichterungen profitiert, schreibt FOE. Diese Vorteile würden aber durch die Zunahme resistenter Unkräuter zunehmend ausgeglichen.

Doch die meisten Bauern verdienen mit dem Anbau der Gen-Pflanzen nicht mehr als ihre gentechnikfrei wirtschaftenden Kollegen, oft sogar weniger. Besonders drastisch zeigte sich das bei Kleinbauern in Indien, Indonesien und Südafrika, die sich durch den Anbau von Gen-Baumwolle stark verschuldeten.

Zur Bekämpfung des Hungers haben die Gen-Pflanzen nach Ansicht von FOE bisher nichts beigetragen. Der Großteil der angebauten Pflanzen diene als Viehfutter für die reichen Industrieländer. Der verstärkte Anbau von Soja in Südamerika habe die Lage der Kleinbauern und die Versorgung mit Lebensmitteln dort sogar verschlechtert.

Die FOE-Studie: Who benefits from gm crops?

 

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