Nachrichten | 16.1.2007

Feldbefreiungen

Gentechnik-Gegner müssen Strafe zahlen

Das Ausrupfen von Gen-Maispflanzen ist nach Ansicht des Amtsgericht Zehdenick in Brandenburg Sachbeschädigung. Es verurteilte acht Feldbefreier, die im Mai 2006 ein Maisfeld in Badingen in Brandenburg teilweise zerstört hatten, zu Strafen zwischen 140 und 400 Euro. Der Richter sagte im Prozess, dass er prinzipiell gegen die Gentechnik sei, aber das Gesetz zu vertreten habe.

Die Feldbefreier von der Initiative „Gendreck weg“ sahen das Gesetz auf ihrer Seite. "Die Gentechnik ist eine große Gefahr für die bäuerliche Landwirtschaft in aller Welt. Die Rechtsprechung in Deutschland kennt den rechtfertigenden Notstand. Es ist nicht strafbar, etwas zu zerstören, wenn nur so ein größeres Übel zu verhindern ist", argumentierte Thomas Janoschka, einer der Angeklagten. In Frankreich seien in vergangenen Jahr Feldbefreier freigesprochen worden, da keiner von ihnen aus Eigennutz handelte, sondern die Pflanzen zerstört wurden, um Umwelt, Gesundheit und Landwirtschaft zu schützen. „Auf die Anklagebank gehören eigentlich diejenigen hin, die mit unserer Gesundheit und mit der Zukunft der Landwirtschaft spielen“, sagte die Mitangeklagte Karin Walther. Den Richter überzeugte  sie damit nicht. In den nächsten Monaten werden noch mehrere Prozesse gegen andere Feldbefreier folgen.

Doch die lassen sich davon nicht einschüchtern. „Bereits jetzt gehen täglich neue Absichtserklärungen ein von Menschen, die auch 2007 wieder Genmais-Felder befreien werden“, berichtet der Imker Michael Grolm, einer der Gründer der Initiative „Gendreck weg“. Um die Feldbefreier mit den ausgesprochenen und weiteren zu erwartenden Strafen nicht alleine zu lassen, hat die Initiative einen Rechtshilfefonds gegründet.

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