Nachrichten | 16.1.2007

Neuer Gen-Versuch

Tausende Erbsen-Sorten in Gefahr

Pharma-ErbsenIn der Genbank in Gatersleben in Sachsen-Anhalt lagern fast 6.000 verschiedene Erbsensorten - das Erbsen-Erbe der Menschheit. Doch diesem Erbe droht die gentechnische Verseuchung. Die Gentechnikfirma Novoplant will auf dem Gelände der Genbank einen Freiland-Versuch mit gentechnisch veränderte Erbsen starten. Nur 500 Meter weiter werden jedes Jahr Hunderte der alten Sorten angebaut, damit sie keimfähig bleiben.

„Erbsen werden unter anderem von Hummeln, Bienen und anderen Insekten bestäubt. Daher besteht ein hohes Risiko, dass das genmanipulierte Erbgut der Gen-Erbsen die Bestände der Genbank und umliegende Erbsenfelder kontaminiert" beschreibt Andreas Bauer, Agrarwissenschaftler und Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, die Gefahr des Anbauversuches. Eine Verunreinigung der alten Erbsensorten hätte katastrophale Folgen für die Pflanzenzüchtung und die Ernährungssicherung künftiger Generationen.

Bei den Gen-Erbsen von Novoplant handelt es sich um eine sogenannte Pharma-Pflanze. Das Unternehmen hat die Erbsen mit Hilfe von Mäuse-Genen so manipuliert, dass sie ein Arzneimittel gegen Durchfall bei Schweinen produzieren. Sie sollen in Zukunft als Antibiotika-Ersatz in Futtermittel für die industrielle Tiermast gemischt werden.

Das Umweltinstitut München sammelt bundesweit Einwendungen gegen den geplanten Anbau. Unterschriftenlisten liegen in den meisten Bioläden aus und sind im Internet abrufbar. Bis 7.März müssen alle Unterschriften im Umweltinstitut sein, das sie dann dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) überreicht. Die Behörde untersteht Landwirtschaftsminister Horst Seehofer und muss entscheiden, ob der Freisetzungsversuch zulässig ist.

Weitere Informationen:

Umweltinstitut München e.V., Landwehrstraße 64 a, 80336 München, Tel. 0 89 / 30 77 49 – 0, www.umweltinstitut.org

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