Nachrichten | 22.1.2007

Monsanto go home

Gentechnik-Konzern plant Freisetzungszentrum in Nordhessen / Breiter Widerstand

Der Gentechnik-Konzern Monasanto plant in der Gemeinde Wabern im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis ein Freisetzungszentrum. Er hat beim Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die Genehmigung für eine 13 Hektar große Fläche beantragt. In diesem Jahr will der Konzern dort auf  2000 Quadratmetern drei Gen-Maissorten anbauen. In den nächsten Jahren sollen die Freisetzungsflächen laut Pressemeldungen wachsen.

Gegen die Pläne des US-Konzerns regt sich Widerstand in der Region. Landrat Frank-Martin Neupärtl lehnt das Projekt grundsätzlich ab. „Es besteht die Gefahr eines Imageverlustes für die heimische Landwirtschaft", sagte er der örtlichen Presse. Ein Versuchsfeld dieser Größenordnung bleibe außerhalb der Kreisgrenzen nicht unbeachtet. Viele der 2300 heimischen Betriebe seien Direktvermarkter und arbeiteten ökologisch. Auch die Standortgemeinde Wabern hat Bedenken angemeldet. Dort vermutet man laut Lokalzeitung dass die Wahl des Standortes auf den Ortsteil Niedermöllrich fiel, weil der Sohn des Eigentümers der gepachteten Flächen bei Monsanto beschäftigt sei. Nach Bekanntwerden der Pläne machten 50 Landwirte in einer Spontandemo ihrem Unmut Luft.

"Wir werden uns dieser Absicht mit Entschiedenheit entgegenstellen", erklärten gemeinsam Umweltschützer, Direktvermarkter und Bio-Bauern. „Es schadet der naturnahen Tourismusregion Nordhessen, wenn Monsanto jetzt seine von Bauern und Verbrauchern unerwünschten gentechnisch veränderten Produkte dort freisetzen will", betont der grüne Landtagsabgeordnete Martin Häusling. „Auch die Nationalparkregion Kellerwald, die sich langsam als Besuchermagnet in Nordhessen entwickelt, wird unter der Freisetzung von gentechnischem Material erheblich leiden. Die Chancen der Bauern in der Region die auf den wachsenden Markt für Bio-Lebensmittel setzen, werden dadurch zerstört."

Entschieden wird über die Freisetzung nicht vor Ort, sondern vom BVL in Berlin, das bisher noch jeden Freisetzungsantrag genehmigt hat. Doch ganz ohne Akzeptanz vor Ort geht es nicht. Im benachbarten Bebra plante Monsanto vor einigen Jahren schon einmal einen Versuchsanbau. Doch das Vorhaben des Konzerns stieß damals auf so große Proteste, dass die Firma einen Rückzieher machte.

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