Nachrichten | 29.1.2007

Gen-Mais: Planungen für 3.800 Hektar angemeldet

Auch Gen-Kartoffeln sollen auf den Acker

Im amtlichen Standortregister sind zum 9. Februar über 224 Anmeldungen für den Anbau von Gen-Mais der Sorte MON 810 eingegangen. Die gesamte Fläche beträgt fast 3.800 Hektar. Das sind deutlich mehr als im letzten Jahr, damals waren um diese Zeit rund 2.000 Hektar angemeldet. Dennoch machen die 3.800 Hektar nur zwei Tausendstel der gesamten deutschen Maisanbaufläche von 1,7 Millionen Hektar aus. Erfahrungsgemäß ziehen die Bauern aufgrund des örtlichen Widerstands einen Großteil der angemeldeten Flächen wieder zurück. Im letzten Jahr wuchs schließlich auf 970 Hektar Gen-Mais.

Mit 2.200 Hektar liegt der größte Teil der angemeldeten Flächen in Brandenburg. Es folgen Mecklenburg-Vorpommern mit 750,  Sachsen mit 600 Hektar und Sachsen-Anhalt mit 230 Hektar. In den meisten anderen Bundesländern sind nur wenige Hektar angemeldet, ein Teil davon sind staatliche Anbauversuche. Gentechnikfrei sind nur das Saarland und die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

Nach Angaben des Barnimer Aktionsbündnisses gegen Gentechnik hat der Chemiekonzern BASF in drei Gemeinden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern den Anbau von Gen-Kartoffeln beantragt. Der größte der drei Standorte ist mit 80 Hektar die Gemeinde Sükow bei Perleberg in Brandenburg. „Wir bereiten die Genehmigung unserer neuen Kartoffelsorte Amflora vor", zitiert das Aktionsbündnis die Unternehmenssprecherin der BASF Plant Science GmbH, Susanne Benner. Amflora ist eine Kartoffel, die genetisch so manipuliert wurde, dass sie keine Amylose mehr enthält. Dieser natürliche Stärkebestandteil ist bei der industriellen Verarbeitung von Kartoffelstärke unerwünscht. Die BASF erwartet die EU-Zulassung für den Anbau noch im Frühjahr.

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