Nachrichten | 1.2.2007

Monsanto sät doch keinen Gen-Mais in Hessen

Rückzieher - aber wie lang?

Der Saatguthersteller Monsanto verzichtet auf ein geplantes Versuchsfeld für Genmais in Nordhessen. Im derzeitigen Landtagswahlkampf sei der Druck zu groß geworden, heißt es. Allerdings gibt Monsanto den Standort nicht endgültig auf.

Das geplante Versuchsfeld werde aber in diesem Jahr nicht angelegt, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit.

Ursprünglich hatte die Firma in Niedermöllrich bei Wabern auf einem 13 Hektar großen Versuchsfeld einen etwa 2.500 Quadratmeter großen Versuchsanbau geplant. Dort sollte eine gegen Schädlinge resistente Gen-Maissorte getestet werden.

Im beginnenden Landtagswahlkampf seien die Eigentümer der Flächen jedoch "massiv unter Druck gesetzt" worden, hieß es von dem Unternehmen. Monsanto halte aber am Standort Niedermöllrich für zukünftige Forschungsversuche fest.

Gegen das Projekt hatte es erheblichen Widerstand von Umweltschützern, Kirchen, vom Landkreis und der Gemeinde Wabern gegeben. Grüne und SPD hatten der CDU-Landesregierung vorgeworfen, Schäden für die Region in Kauf zu nehmen und sich über eine breite Ablehnung hinweg zu setzen. Zu einem Protest auf dem Feld waren am vorvergangenen Wochenende etwa 400 Demonstranten gekommen.

Monsanto hatte dennoch erklärt, an dem Vorhaben festhalten zu wollen. Das jetzige Moratorium begründete das Unternehmen damit, dass "Angstpolitik ein Forschungsvorhaben in Hessen verhindert" habe. "Es ist ein politisches Armutszeugnis, dass die sichere Erforschung innovativer Technologien von einigen Kreisen auf kommunaler Ebene mit ideologisch motivierten Vorurteilen derart bekämpft wird", sagte Ursula Lüttmer-Ouazane, Geschäftsführerin der Monsanto Agrar Deutschland.

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