Nachrichten | 12.2.2007

Gen-Reis

Greenpeace zieht Bilanz des Skandals

Die Verunreinigung von US-Reis mit Gen-Reis des Bayerkonzerns wird sich auch 2007 drastisch auf die amerikanischen Reisbauern auswirken. In einer Studie prognostiziert die Umweltorganisation Greenpeace einen Rückgang der US-Reisexporte von 16 Prozent. 41 der weltgrößten Reisexporteure, -verarbeiter und -händler haben gegenüber Greenpeace schriftlich der Gentechnik eine Absage erteilt. Die beiden größten Reisexportländer, Vietnam und Thailand, wollen ebenso auf Gen-Reis verzichten wie die indischen Reishändler. Der größte Reisverarbeiter der Welt, die spanische Firma Ebro Puleva, erklärte, keinen US-Reis mehr verarbeiten zu wollen.

"Die globale Kontamination und die nun erfolgte Absage der Wirtschaft an den Gen-Reis macht eines deutlich: Bayer sollte auf weitere Gen-Reis-Abenteuer verzichten", erklärte Jeremy Tager, Reisexperte von Greenpeace International, bei der Vorstellung der Studie. Sie zeigt auf, dass durch das Bekanntwerden der Verunreinigung und die folgenden Importverbote die US-Reisunternehmen innerhalb kurzer Zeit 150 Millionen US-Dollar verloren. Noch immer sind in den USA Sammelklage von Farmern gegen die Firma Bayer anhängig. Offen ist immer noch, wie das gentechnisch veränderte Saatgut aus wenigen Feldversuchen die US-Reisernte großflächig verunreinigen konnte. Greenpeace wertet dies als Beleg, dass auch kleinräumige Anbauversuche ein enormes Risiko für Umwelt und Gesundheit darstellen können.

"Nun sind auch die Regierungen gefragt", sagte Jeremy Tager. "Angesichts des weltweiten Schadens für die Wirtschaft, den Markt und die Umwelt müssen sie ein klares Nein-Votum zu Gen-Reis abgeben. Und alle ihnen jetzt gerade vorliegenden Zulassungsanträge ohne zu zögern ablehnen."

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