Nachrichten | 19.2.2007

Bantam-Mais

Widerstand schmeckt zuckersüß

Die Initiative Save our Seeds hat die diesjährige Aktion "Bantam Mais" gestartet. Möglichst viele Menschen sollen im Frühjahr die Traditionssorte "Golden Bantam" und anderen samenfesten Süßmais anbauen und damit ein lebendiges Zeichen des Protests gegen Gentechnik in der Landwirtschaft setzen. Samentütchen gibt es ab Mitte März in den Bioläden und bei Saatgutversendern. An den Tütchen hängt eine Mitmach-Karte, mit der man Landwirtschaftsminister Horst Seehofer auffordern kann, bei der geplanten Novellierung des Gentechnikgesetze die gentechnikfreie Landwirtschaft effektiver zu schützen.

„Wo Bantam steht wächst keine Gentechnik" lautet das Motto der Aktion. Denn wer auf dem Balkon oder im Garten Bantan-Mais anbaut, muss vor gentechnischem Pollenflug geschützt werden und hat das Recht zu erfahren, wer in der Nachbarschaft Gentechnikmais anbaut. „Bei Saatgut gibt es nach europäischem Recht - anders als für Futter- und Lebensmittel - keine Toleranz für gentechnische Verunreinigungen. Weil wir samenfestes Saatgut anbauen, muss dieser Schutz für jeden Bantam-Garten gelten", erläutert Benny Haerlin von der Initiative "Save our Seeds".

Er weist auf einen weiteren ernsten Hintergrund der Aktion hin: „Wenn wir nicht heute 'Bantam!' sagen, ist es morgen mit der freien Vermehrung von Saatgut vorbei. Große Agrarchemie- und Saatgutunternehmen wollten am liebsten das Grundrecht, eigenes Saatgut nachzubauen, abschaffen. Dann gibt es nur noch patentierte Hybride von Monsanto, Bayer, BASF und Co.", warnt Benny Haerlin. "Wir wollen in unserem Garten anbauen und vermehren was uns schmeckt, die Vielfalt erhalten und die Unabhängigkeit von Bauern und Gärtnern auf der ganzen Welt verteidigen."

40 Organisationen und Betriebe unterstützen die Aktion „Bantam Mais“, Bei der Premiere im vergangenen Jahr beteiligten sich 50.000 Menschen. Nähere Informationen: www.bantam-mais.de
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