Nachrichten | 26.2.2007

Gen-Mais bleibt illegal:

EU-Umweltminister stellen sich hinter ungarisches Anbau-Verbot

Der Anbau von genmanipuliertem Mais der Sorte MON 810 bleibt in Ungarn verboten. Die EU-Umweltminister lehnten mit 23 zu 4 Stimmen einen Vorstoß der EU-Kommission ab, die Ungarn verpflichten wollte, den Anbau zuzulassen. Damit ist die EU-Kommission zum dritten Mal mit dem Versuch gescheitert, die nationalen Anbauverbote zu kippen. MON 810 ist auch in Österreich, Griechenland und Polen verboten. Die vier Staaten begründen ihre Verbote damit, dass die Risiken des MON 810 – Anbaus nicht ausreichend erforscht seien und sich einmal freigesetzte Pflanzen nicht wieder zurückholen ließen. Deshalb sei nach dem Vorsorgeprinzip ein Anbauverbot notwendig. In Deutschland hatte Landwirtschaftsminister Horst Seeehofer den kommerziellen Anbau im Dezember 2005 freigegeben. 3.700 Hektar wollen Gentechnik-Landwirte in diesem Jahr damit bepflanzen.

„Die Umweltminister haben für die Umwelt und im Sinne der Verbraucher gestimmt, die den Anbau von Gen-Pflanzen ablehnen. Der Kommission ist zu raten, dass sie endlich die Interessen der Bevölkerung wahrnimmt und nicht die der Gentechnikindustrie“, kommentierte Ulrike Brendel, Gentechnik-Expertin von Greenpeace, die Entscheidung der Minister. Der Gentechnik-Lobbyverband Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) bezeichnete dagegen das ungarische Verbot als „rechtswidrig“ und kritisierte, dass die EU-Umweltminister unter deutscher Präsidentschaft eine „Entscheidung gegen alle wissenschaftlichen Fakten“ getroffen hätten.

Im Umweltministerrat stimmten nur Großbritannien, die Niederlande, Finnland und Schweden für die Aufhebung des ungarischen Verbots, berichtete die Financial Times. Die traditionell gentechnikfreundlichen Staaten Rumänien und Spanien hätten sich aus Gründen der nationalen Souveränität auf die Seiten Ungarns geschlagen.

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