Nachrichten | 26.2.2007

Neuer Verunreinigungs-Rekord

Studie listet für das vergangene Jahr 24 Fälle auf

Die britische Umweltorganisation GeneWatch hat für 2006 in ihrem Contamination Register 15 unabsichtliche Verunreinigungen der Lebensmittelkette mit genveränderten Organismen (GVO) aufgelistet. Hinzu kamen noch neun Fälle von illegalem Anbau oder Verkauf. Die Zahl von 24 Fällen ist laut GeneWatch ein Rekord. In den zehn Jahren seit der Freigabe des GVO-Anbaus in den USA seien 142 Vorkommnisse registriert worden.

Als wichtigsten Verunreinigungs-Fall listet Genewatch in seinem Report den Genreis-Skandal auf. Er macht– weil es sich um drei Genreis-Sorten handelte –drei der 24 Fälle aus. Weitere relevante Vorkommnisse waren der illegale Anbau von Gen-Soja in einem brasilianischen Schutzgebiet durch den Konzern Syngenta, illegale Anbau von Gen-Mais auf Versuchsfeldern in Mexiko durch den Konzern Monsanto und der illegale Anbau von Gen-Baumwolle in Brasilien auf 16.000 Hektar.

Sorgen macht sich Genewatch um die Reinheit des Saatgutes. Französische Behörden hatten in einem Viertel aller Proben von importiertem Maissaatgut GVO-Verunreinigungen nachgewiesen. Die meisten lagen zwar unter 0,1 Prozent, aber sie enthielten GVO-Erbgut, das in Europa nicht zugelassen war. In Neuseeland war eine Lieferung von vier Tonnen Zuckermais-Saatgut aus den USA kontaminiert. Die US-Behörden hatten die Lieferung mit einem Gentechnikfrei-Zertifikat ausgestattet.

Für Deutschland listet der Report, neben dem Genreis-Skandal, drei Vorkommnisse auf. Sie beziehen sich jeweils auf Messungen aus 2004 und 2005, deren Ergebnisse im vergangenen Jahr von der EU in einem Bericht zusammengefasst wurden. Darin aufgelistet sind:

  • vier Fälle von verunreinigtem Saatgut,
  • 57 Fälle, in denen Futtermittel GVO enthielten, die nichtordnungsgemäß deklariert waren, sowie
  • 127 Fälle von Lebensmitteln, die GVO enthielten, die nichtordnungsgemäß deklariert waren. Verunreinigungen mit Gen-Soja oder Mais sind darin nur enthalten, wenn sie über der Kennzeichnungs-Schwelle von 0,9 Prozent lagen und nicht angegeben waren.

Zum Contamination Report 2006

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