Nachrichten | 12.3.2007

Gen-Reis-Skandal:

Neue Verunreinigung entdeckt / US-Behörden nehmen Saatgut vom Markt

Die US-Landwirtschaftsbehörde USDA hat den Anbau und die Verbreitung der Langkorn-Reissorte Clearfield C131 verboten. Im Saatgut hatte ein Labor Erbgut von genmanipuliertem Reis gefunden. Um welche Gen-Reissorte es sich handelte, konnten die Wissenschaftler nicht sagen. Sie konnten nur nachweisen, dass es sich um keine der für den Anbau in den USA zugelassenen Gen-Sorten handelte.

Clearfield C131 ist eine konventionelle Reissorte, die von der Firma BASF gezüchtet und vertrieben wird. Sie gehörte bisher zu den beliebtesten Sorten bei den Farmern, weil sie – ohne Gentechnik – sehr große Mengen eines BASF-Pestizids verträgt. Damit ließ sich das Unkraut auf den Reisfeldern gut bekämpfen.

Nach dem Genreis-Skandal im letzten Jahr wurde das Saatgut für den diesjährigen Anbau intensiv auf Verunreinigungen getestet. Dabei zeigte sich, dass einzelne Partien Clearfield C131 mit Genreis-Erbgut der Firma Bayer verunreinigt waren. Es handelte sich dabei um die Bayer-Sorte LL62, nicht um die Sorte LL601, die Ursache des Skandals im letzten Jahr war. Da LL62 in den USA für den Anbau zugelassen ist, stellte diese Verunreinigung für die Behörden kein Problem dar, wohl aber für die Bauern, die um ihre Exportmärkte fürchteten und Garantien für gentechnikfreies Saatgut verlangten.

Um dies zu gewährleisten, schickten die BASF-Saatguthändler weitere Proben ins Labor. Dabei stießen die Wissenschaftler auf die bisher noch nicht genau identifizierbare gentechnische Verunreinigung. Da es sich um keine der zugelassenen Genreis-Sorten handelte, hat die zuständige Behörde des US-Landwirtschaftsministeriums vorläufig Anbau und Vertrieb von Clearfiled C131 untersagt. Sie soll solange gelten, bis das Ministerium die Verunreinigung identifiziert und deren Risiko abgeschätzt hat.

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