Nachrichten | 25.3.2007

Schäden verschwiegen

Monsanto hält Studie über Gentech-Kartoffeln acht Jahre unter Verschluss

Der Gentechnik-Konzern Monsanto soll, unterstützt vom Institut für Ernährung der medizinischen Akademie Russlands, jahrelang die Ergebnisse einer Studie über Gen-Kartoffeln verschwiegen haben. Dass werfen die Umweltorganisation Greenpeace und russische Verbraucherschützer dem Konzern vor. Das Institut hatte im Auftrag Monsantos 1998 Ratten mit der Gentech-Kartoffel GM NewLeaf von Monsanto gefüttert und dabei festgestellt, dass die Kartoffeln die Nieren, Leber, Dickdarm, Blutserum, Hoden und Prostata der Tiere schädigten. Die Kartoffel gehört zu den Bt-Pflanzen, die so manipuliert sind, dass sie ein Gift des Bodenbakteriums Bazillus thuringiensis produzieren um damit Fraßschädlinge zu töten war.

Die Studienergebnisse waren nach Angaben der Umweltorganisationen damals geschönt worden und wurden anschließend sogar von Monsanto eingereicht, um die Zulassung der Kartoffel in Russland zu erreichen. In den USA und Kanada war die Kartoffel damals bereits als unbedenklich für den Anbau zugelassen worden. Der Anbau wurde jedoch 2001 eingestellt, weil die Ernten so schlecht waren. Ein Jahr später zog sich Monsanto aus der Entwicklung von Gentech-Kartoffeln zurück.

Erst durch einem langen Rechtsstreit erzwangen die Umweltschützer die Herausgabe der Original-Studie. Bereits 2004 hatte ein russisches Distriktgericht entschieden, dass die Studie zu veröffentlichen sei, doch Monsanto habe dies verweigert. Erst kürzlich sei die Studie übergeben und von der russischen Biologin Irina Ermakova ausgewertet worden, berichtete die Initiative gentechnikfreies Wales. Deren Sprecher Brian John kommentierte, dass diese Geheimhaltung viel über die Prioritäten von Monsanto aussage. „Würde dem Unternehmen die Gesundheit der Verbraucher nur ein bisschen etwas bedeuten, hätte es die Ergebnisse 1999 weltweit veröffentlichen müssen.“

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