Nachrichten |19.4.2007

Protest gegen Gen-Aussaat

Monsanto will in sechs Bundesländern Mais freisetzen

Der NABU Bundesverband, die NABU Landesverbände Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern unterstützen den Protest der Bevölkerung gegen die Aussaat von gentechnisch verändertem Mais durch den US-Konzern Monsanto mit Einwendungen beim zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). "Das BVL darf die Monsanto-Anträge weder aus juristischen noch ökologischen Gründen genehmigen", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Die geplanten Freisetzungen finden in sechs Bundesländern statt: Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen Anhalt und Sachsen. Darunter sind Standorte in unmittelbarer Nähe von Schutzgebieten wie in Grünsfeld (BAWÜ), Niedermöllrich (Hessen) und Rasslitz (Sachsen). "Die steigende Anzahl von Versuchsanträgen in oder in unmittelbarer Nähe von Schutzgebieten widerspricht dem Ziel, die natürlichen Lebensräume in diesen Gebieten unter besonderen Schutz zu stellen", betonte Tschimpke.

Monsanto wolle mit der Freisetzung neue Sorten sowie die günstigste Dosierung für das zugehörige Breitbandherbizid testen. Bei den Sorten handele es sich um Mais, der resistent ist gegen den Maiswurzelbohrer und den Maiszünsler sowie gegen das Herbizid Glyphosat. Die ökologischen und gesundheitlichen Risiken dieser so genannten "gestapelten Gene" sind höchst umstritten. Der Einsatz von Breitbandherbiziden hat negative Auswirkungen auf die Artenvielfalt und kann für Amphibien giftig sein.

"Die möglichen Risiken dieser neuen genmanipulierten Maissorte für Natur und Umwelt wurden nicht geprüft", kritisierte der NABU-Präsident. Der Anbau des Monsanto-Maises in Verbindung mit dem Einsatz des Unkrautvernichtungsmittels in Schutzgebieten sei ein Skandal. Der Mais ist toxisch für Schmetterlinge und Käfer. "Seltene Arten wie Gelbbauchunke, Kammmolch, Eremit (Juchtenkäfer) sowie der großer Feuerfalter werden rücksichtslos gefährdet", so Tschimpke.

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