Nachrichten | 23.4.2007

Wahre Freunde

EU will Gentechnologie verstärkt fördern

Die EU-Kommission hat eine Halbzeitbilanz ihrer Strategie für Biowissenschaften und Biotechnologie 2002 – 2010 vorgelegt. Sie will die Entwicklung einer wettbewerbsfähigen europäischen Biowirtschaft stärker fördern. Darunter fällt auch die Gentechnik in der Landwirtschaft. Hier sollen vor allem Energiepflanzen den Durchbruch bringen.

In einer Erklärung haben die EU-Kommissare Günter Verheugen, zuständig für Unternehmens- und Industriepolitik sowie Janez Poto?nik, uständig für Forschung und Entwicklung, fünf Punkte genannt, auf die die Kommission künftig das Hauptgewicht legen will. Einer davon lautet: "Förderung eines nachhaltigen Einsatzes der modernen Biotechnologie in der Landwirtschaft und Nutzung des Potenzials der Pflanzenwissenschaften für die Energieerzeugung und den Umweltschutz, insbesondere für den Ersatz chemischer Prozesse und fossiler Brennstoffe."  Damit das alles schnell geht, folgt ein weiterer Punkt: „Besserer Rechtsvollzug und Vereinfachung des Rechts zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Unnötige Belastungen von Industrie und Forschung durch Regelungen sollen ermittelt und beseitigt werden. Regelungen sollen Innovation fördern, nicht behindern.“

Das Fazit der Kommission: "Die Biotechnologieindustrie der EU ist ein bedeutender Wirtschaftszweig mit ca. 96 500 Beschäftigten, der stärkere öffentliche Förderung verdient." Allein in Deutschland arbeiten in der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft nach Branchenschätzungen 160.000 Menschen, deren Arbeitsplätze durch einen weiteren Vormarsch der Gentechnik in der Landwirtschaft massiv gefährdet sind. EU-weit dürften es weit mehr als eine halbe Million sein. Ein Report der Umweltorganisation Friends of Earth Europe kommt zu dem Ergebnis, dass eine umweltverträgliche Landwirtschaft mehr Arbeitsplätze schaffen und die EU wettbewerbsfähiger machen würde als die grüne Gentechnik. "Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen hat Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze nicht wie erwartet ansteigen lassen", stellt Helen Holder fest, die Gentechnik-Koordinatorin der Organisation. "Sogar die eigenen Forschungsarbeiten der Europäischen Kommission zeigen, dass Gen-Pflanzen ein wirtschaftlicher Flop sind. Aber anstatt ihre Unterstützung einzustellen, ignoriert die Kommission statt dessen die Wünsche der Mehrheit der Europäer und verlangt lockerere Regelungen und mehr Steuerzahlergeld für gentechnisch veränderte Pflanzen.

So sieht die EU die Vorteile der Biotechnologie

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