Nachrichten | 23.4.2007

Gen-Kartoffeln

Versuchsanbau erlaubt / Kommerzielle Genehmigung wieder in Reichweite

Gute Nachrichten für den Chemie-Konzern BASF. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat dem Konzern erlaubt, bis 2011 an zehn Standorten genmanipulierte Kartoffel anzubauen. Die europäische Lebensmittelbehörde EFSA hat zudem erneut verkündet, dass sie kein Probleme mit einem großflächigen kommerziellen Anbau der Gentech-Kartofel „Amflora“ von BASF hätte.

Die BASF will in den jetzt genehmigten Anbauversuchen insgesamt 677 Kartoffellinien mit unterschiedlichen gentechnisch veräderten Eigenschaften untersuchen. Dazu geört eine unterschiedliche Stärkezusammensetzung ebenso wie Resistenzen gegen Krautfäule oder Herbizide. Das BVL hat nun Anbauversuche an insgesamt zehn Standorten (siehe Textende) genehmigt. Die Flächen umfassen Größen zwischen 3,7 und 45 Hektar. Die BASF darf zwischen 2007 und 2011 maximal 45.000 Knollen pro Kartoffellinie, Standort und Jahr freisetzen. Das wären zusammen maximal 300 Millionen Knollen im Jahr. Als Auflage hat das Amt zehn Meter Sicherheitsabstand zu herkömmlichen Kartoffelackern vorgeschrieben. Außerdem muss die BASF die Felder nach der Ernte und im Jahr nach Beendigung der Freisetzung noch einmal auf gentechnisch veränderte Kartoffeln absuchen.

An drei Standorten in Ostdeutschland würde die BASF ihre Gentech-Kartoffel „Amflora“ gerne auch kommerziell anbauen. Dazu braucht sie eine Genehmigung der EU-Kommission. Die schien sich noch im März zu verzögern, weil die Kartoffel ein Antibiotika-Resistenz-Gen enthält, das ins Gerede gekommen war. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA sollte Stellung nehmen. Doch die erklärte sich für nicht kompetent, im Detail das Risiko zu beurteilen, dass die Antibiotika-Resistenz der Pflanze auf Bakterien übergehen kann, die Mensch oder Tier gefährlich werden könnten.
Die EU-Lebensmittelhörde EFSA wiederholte deshalb ihre alte Einschätzung, dass die Resistenz kein Problem sei. Die BASF erwartet, dass die EU-Kommission nun gestützt auf diese neuerliche Stellungnahme, die Anbau-Genehmigung schnell erteilt, damit die Knollen noch in diesem Jahr unter die Erde kommen.

Die Freisetzungs-Standorte

  • Möttingen (Bayern)
  • zwei Flächen in Sanitz (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Hohenmocker (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Lohmen (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Werpeloh (Niedersachsen)
  • Limburgerhof (Rheinland-Pfalz)
  • Nerchau (Sachsen)
  • Gatersleben (Sachsen-Anhalt)
  • Baalberge (Sachsen-Anhalt)

Die Anbau-Standorte

  • Zepkow (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Bütow (Mecklenburg-Vorpommern)
  • Perleberg (Brandenburg)

Das Gen-Kartoffel-Dossier des Informationsdienstes Gentechnik

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