Nachrichten | 14.5.2007

Gericht gibt Imker recht

Gen-Maispollen machen Honig unverkäuflich

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat den Freistaat Bayern dazu verpflichtet, den Gen-Mais von einem staatlichen Versuchsfeld entweder vor der Blüte zu ernten oder die Blüten abzuschneiden. Das Gericht gab damit einem Imker recht, der befürchtete, dass die Pollen des Gen-Maises seinen Honig kontaminieren könnten. Erstmals hat damit eine deutsches Gericht für die Gentechnikfreiheit eines Lebensmittels entschieden.

Anlass der Verfahrens war ein Versuchsfeld des Freistaats im schwäbischen Donau-Ries mit Gen-Mais der Sorte MON 810. Ein Hobby-Imker hat in etwa zwei Kilometer Entfernung ein Bienenhaus mit zwölf Völkern stehen und produziert dort Honig für sich selbst und zum Verkauf. 2005 stellte er in dem von seinen Bienen gesammelten Pollen Erbgut von gentechnisch verändertem Mais fest. Er argumentierte, der Gen-Maisanbau gefährde seine Gesundheit und mache ihm eine gentechnikfreie Wirtschaftsweise unmöglich. Der Freistaat müsse geeignete Maßnahmen ergreifen, um seinen Honig vor Kontaminationen zu schützen.

Das Gericht stellte fest, dass Honig mit MON 810-Pollen ein nicht verkehrs- und verbrauchsfähiges Lebensmittel darstellt. Es begründete dies damit, dass MON 810 nicht als Lebensmittel, sondern nur als Futtermittel für Tiere zugelassen sei. Für Verunreinigungen gelte deshalb (wie im Falle des Genreis-Skandals im letzten Jahr) eine Null-Toleranz. Der Imker habe einen Anspruch darauf, dass seine Ernte frei von den geringsten Spuren des Gen-Pollens bleibe. Um ihn und seinen Honig vor Verunreinigungen zu schützen, muss der Freistaat nach Ansicht des Gerichts vorsorglichen Maßnahmen ergreifen wie dies das Gentechnikgesetz verlangt. Damit die Bienen nicht von dem Gen-Pollen naschen können, muss er den Mais noch vor der Blüte ernten, oder aber sämtliche Pollenfahnen der einzelnen Maispflanzen abschneiden.

Sowohl der Freistaat als auch Monsanto können diese Eilentscheidung anfechten. Auch hat das Verwaltungsgericht Frankfurt / Oder in einem ähnlichen Fall zugunsten des Gen-Maisbauern entschieden. In anderen Bundesländern sind Klagen von Imkern und Speisemaisanbauern noch anhängig. Thomas Radetzki vom Imkerverein Mellifera e.V., der die Klagen unterstützt, wertet das Urteil als Erfolg. „Das Augsburger Gericht bricht mit dem Entscheid eine Lanze für die Rechte von Imkern, Verbrauchern und Landwirten, die keine Gentechnik haben wollen.“

Das Urteil des Gerichts

Mehr Informationen unter www.bienen-gentechnik.de

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