Nachrichten | 29.5.2007

Ziviler Ungehorsam

Initiative kündigt neue Feldbefreiungen an

Die Initiative Gendreck weg hat für das Wochenende von 20. bis 22. Juli zu Feldbefreiungen im Oderbruch östlich von Berlin angekündigt. Dort liegt das Hauptanbaugebiet für genmanipulierten MON 810 – Mais in Deutschland. 130 Aktivisten hätten sich bisher bereit erklärt, an der Aktion mitzuwirken, teilte die Initiative mit.

Bereits in den Jahren 2005 und 2006 hatte Gendreck weg mit jeweils mehreren hundert Aktivisten Gen-Maisfelder in Brandenburg besucht. Dabei gelang es trotz starkem Polizeiaufgebots, Maispflanzen auszurupfen. Mehrere Feldbefreier wurden deshalb wegen Sachbeschädigung verurteilt. Die Initiative hält es angesichts der Gesundheits- und Umweltgefahren von Gen-Pflanzen für rechtens, diese auszureißen und so die Felder zu befreien. Sie kündigt ihre Aktionen vorher öffentlich an und nimmt eventuelle Strafen bewusst in Kauf.

"Der Handlungsbedarf ist groß. 2007 sind noch mehr Genfelder angemeldet worden, als in den Vorjahren - und das obwohl die Gefahr von niemandem mehr heruntergespielt werden kann“, sagte der Berufsimker Michael Grolm, einer der Mitbegründer der Initiative. Er spielte damit auf einen Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz an, in dem die Seehofer-Behörde Anfang Mai den Gen-Mais MON 810 zu einer Gefahr für die Umwelt erklärte. Grolm verweist auf ein Zitat Bärbel Höhns, Ex-Umweltministerin in NRW und Fraktionsvize der Grünen, im Nachrichtenmagazin Spiegel. Dort sagte sie: „Mir kann niemand erklären, warum die jetzt vom Ministerium geäußerten Risiken und Bedenken erst im nächsten Jahr Konsequenzen haben sollen. Wenn man den Mais für bedenklich hält, dann muss jetzt gehandelt und der Genmais von den Feldern geholt werden.“

Wir finden, sie hat Recht!“ kommentierte Berufsimker Grolm die Äußerung.

Unterstützt werden die Gentechnik-GegnerInnen bei ihrer Feldbefreiung von den "Friedensreitern", einer gemischten Gruppe mit Reitern und Fahrradfahrern, seit vielen Jahren Orte wichtiger gesellschaftlicher Konflikte aufsuchen und dort Aktionen mitgestalten. Sie sind vom 20 Juli bis 29. Juli in Brandenburg unterwegs.

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