Nachrichten | 29.5.2007

Zum Schutz der Schmetterlinge

Landratsamt lässt Gen-Mais unterpflügen

Der Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg hat den Anbau von Gen-Mais im Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch verboten. Der bereits ausgesäte Gen-Mais in dieser an Schmetterlingen reichen Gegend muss untergepflügt werden. Mit dieser Anordnung reagierte das Landratsamt auf eine Klagedrohung des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Der hatte bereits im März ein Verbot der Aussaat gefordert und argumentiert, dass nach europäischem Recht die Verträglichkeit der Aussaat vorher geprüft werden müsse, wenn dadurch möglicherweise ein Schutzgebiet beeinträchtigt werde. Die Naturschutzbehörde hatte dies ursprünglich abgelehnt. Nachdem Anfang Mai ein Bescheid des Bundesamtes für Verbraucherschutz die Gefährlichkeit der Gen-Maissorte MON 810 bestätigt hatte, wies das brandenburgische Landwirtschaftsministerium das Landratsamt an, den Anbau zu verbieten. Der betroffene Bauer hat angekündigt, gegen die amtliche Anordnung zu klagen.

Im münsterländischen Borken muss der Gentechnik-Konzern Monsanto ein Feld mit Gen-Mais unterpflügen, hat das Bundessortenamt verlangt. Es begründet seine Aufforderung damit, dass der zukünftig im Gentechnikgesetz vorgesehene Mindestabstand von 150 Metern zum nächsten konventionellen Maisacker nicht eingehalten sei. Sollte die beanstandete Fläche nicht untergepflügt werden, werde er dies durch eine Ordnungsverfügung durchsetzen, drohte NRW-Umweltminister Uhlenberg.

Freiwillig hat das Kölner Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung (MPIZ) auf den Anbau von MON 810 verzichtet. Das Institut baut seit Jahren auf einem 25-Quadratmeter-Feld Gen-Mais zu Demonstrationszwecken an. „Die Bezirksregierung Köln hat uns empfohlen, von einem Anbau abzusehen“, zitierte die Tageszeitung taz einen MPIZ-Mitarbeiter.

Auch in Frankreich könnte es dem Gen-Mais MON 810 bald an den Kragen gehen. Umweltminister Alain Juppé monierte in der Zeitung Le Parisien, die Verbreitung des von der Pflanze produzierten Giftes zur Vernichtung von Schädlingen erfolge "nicht unter genau den Bedingung, die man erwartet hat". Dabei bezog er sich ausdrücklich auf die jüngste Debatte in Deutschland.
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