Nachrichten | 11.6.2007

Ziviler Ungehorsam nimmt zu

Mehrere Gen-Maisfelder platt gemacht

In den letzten Wochen haben Anti-Gentechnik-Aktivisten mehrere Felder mit dem Gen-Mais MON 810 zerstört. Die Maissorte stellt nach Ansicht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittel eine potentielle Umweltgefahr dar. Die Behörde hat den Anbau dennoch zugelassen.

Der prominenteste Fall war ein Maisfeld in Bokel bei Cuxhaven. Dort hatte der Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Fritz Stegen, im Rahmen einer so genannten Wertprüfung für das Bundessortenamt auf 450 Quadratmetern MON 810 angebaut. Dabei setzte er sich über massive Proteste von Bevölkerung, Verbänden und kommunalen Gremien hinweg. „Wer derart provoziert und sich gegenüber allen guten Argumenten der Bauern und der besorgten Bürger beratungsresistent zeigt, der darf sich nicht wundern, wenn seine gentechnisch veränderten Maispflanzen platt gemacht werden,“ kommentierte Georg Janßen, Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) die Zerstörung des Feldes. Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen Sachbeschädigung.

Das tut sie auch gegen diejenigen, die einen Großteil des Gen-Mais-Versuchsfeldes der Universität Gießen zerstört haben. Die Aktivisten hätten den Zaun zerschnitten und einen Großteil der Pflanzen rausgehackt, teilte die Polizei mit. Die Universität musste die geplante Wertprüfung aufgrund der Schäden an den Pflanzen einstellen.

Am Sonntag vor dem G8-Gipfel haben Feldbefreier trotz großen Polizeiaufgebotes in der Region in Mecklenburg-Vorpommern zugeschlagen. „Auf einem Feld bei Hansfelde, nördlich von Strasburg, wurden 1000 Quadratmeter Genmaispflanzen durch rasches Zertreten unschädlich gemacht“, meldete der Nachrichtendienst Indymedia.org. Bei Wildburg in Brandenburg zerstörten Aktivisten rund die Hälfte eines kommerziellen etwa einen Hektar großen Gen-Maisfeldes.

Für 20. bis 22. Juli hat die Aktion Gendreck weg zu einer Feldbefreiung im Oderbruch östlich von Berlin aufgerufen.

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