Nachrichten | 16.7.2007

Aktion bei McDonald’s

Foodwatch fordert gentechnikfreie Hamburger

Die Verbraucherorganisation Foodwatch lieferte bei ein McDonald’s-Filiale am Potsdamer Platz in Berlin mehrere Säcke zertifiziert gentechnikfreie Sojabohnen ab. Damit protestierte Foodwatch gegen den nicht gekennzeichneten Einsatz genmanipulierter Futtermittel bei der Produktion der McDonald’s-Hamburger. Gleichzeitig legte die Organisation dem Konzern ein Angebot für gentechnikfreie Futtermittel vor.

McDonald’s ist einer der bedeutendsten Nachfrager von Rindfleisch in Deutschland. Der Burger-Konzern verköstigt nach eigenen Angaben in Deutschland täglich 2,4 Millionen Gäste in 1.276 Restaurants. Das Rindfleisch für die Burger wird von insgesamt 100.000 Landwirten geliefert, deren Kühe nach Aussage von Foodwatch mit Gentechnik-Futtermitteln gefüttert werden. Foodwatch fordert deshalb seit Jahren zusammen mit Verbrauchern in der Aktion „Burgerbewegung“ gentechnikfreie Hamburger. Bisher hatte McDonald’s argumentiert, man würde von den Rindfleisch-Zulieferern gerne den Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel verlangen. Das sei jedoch leider nicht möglich, weil es nicht genug gentechnikfreies Futter auf dem Markt gebe.

"Es ist schlicht unwahr, wenn McDonald's behauptet, dass seine jährlich verkauften 39.000 Tonnen Rindfleisch nicht ohne gentechnisch veränderte Futterpflanzen erzeugt werden könnten", hält Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von Foodwatch, dagegen. Um dies zu belegen überreichten die Verbraucherschützer dem Konzern das Angebot eines brasilianischen Lieferanten, der monatlich rund 150.000 Tonnen gentechnikfreie Sojabohnen nach Europa verschifft. Durch das gentechnikfreie Futter würden nur geringfügige Mehrkosten von etwas mehr als einem Cent pro Burger entstehen.

Mit der Aktion will Foodwatch auch darauf aufmerksam machen, dass tierische Lebensmittel wie Fleisch, Milch oder Eier bislang nicht als "mit Gentechnik hergestellt" gekennzeichnet werden müssen. Obwohl die Kuh vielleicht ihr Leben lang Futter mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefressen hat. "Die Bürger werden zu Zwangsunterstützern der Agrargentechnik gemacht", kritisiert Wolfschmidt.

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