Nachrichten | 23.7.2007

Gen-Pflanzen mit Nebenwirkung

Round Up macht die Böden arm

Zahlreiche genmanipulierte Pflanzen wurden so verändert, dass sie gegen das Monsanto-Herbizid Round Up mit dem Wirkstoff Glyphosat resistent sind. Die Folge ist ein zunehmender Einsatz von Glyphosat beim Anbau von Soja, Mais, Raps und Baumwolle. Doch das Pestizid hat eine unerwünschte Nebenwirkung. Es entzieht den Pflanzen lebenswichtige Spurenelemente.

Glyphosat ist chemisch gesehen ein Komplexbildner. Die Substanz kann Mineralstoffe wie Mangan oder Zink so einfangen und binden, dass die Pflanzen sie nicht mehr nutzen können.

Volker Römheld, Spezialist für Pflanzenernährung an der Universität Hohenheim hat in Versuchen gezeigt, wie Glyphosat Mangelzustände bei Pflanzen hervorrufen kann. Der auf Pflanzen aufgesprühte Wirkstoff wandert von den Blättern bis in die Wurzeln und den umliegenden Boden. Dort bindet er die Spurenelemente. Die Wurzeln sind dann nicht mehr in der Lage, den schwer löslichen Glyphosat-Metall-Komplexen die benötigten Spurenelemente zu entziehen. Die Folgen können Mangelernährung, eine verringerte Ernte und eine erhöhte Anfälligkeit sein.

Entsprechende Erfahrungen haben US-Farmer im Osten der USA bereits gemacht. Dort herrscht auf Feldern mit Gen-Soja oft ein so starker Mangan-Mangel, dass die Bauern eigens Lösungen mit dem Spurenstoff spritzen müssen. Besonders stark betroffen sind sandige Böden, da sich in ihnen das Glyphosat nur sehr langsam abbaut.
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