Nachrichten | 11.8.2007

Gen-Raps

Manipulierte Pflanzen wachsen entlang der Transportwege

Japanische Wissenschaftler fanden in Häfen, entlang von Straßen und in der Umgebung von Ölmühlen immer öfter genmanipulierte Raps-Pflanzen. Sie stammen von keimfähigem Saatgut ab, das zur Verarbeitung ins Land kommt. Der Anbau von Gen-Raps ist in Japan verboten. Auch in der EU ist die Einfuhr von Gen-Raps zur Verarbeitung erlaubt.

Japanische Gentechnik-Gegner haben in 43 der 47 Präfekturen des Landes über 1600 wild wachsende Rapspflanzen geerntet und untersuchen lassen. 37 von ihnen (2,3 Prozent) wiesen manipuliertes Erbgut auf. Raps wird in Japan kaum angebaut, sondern importiert. 80 Prozent der Importe stammen aus Kanada, wo überwiegend Gen-Raps angebaut wird. Die meisten der Proben nahmen die Umweltschützer in der Umgebung von Häfen, Ölmühlen, Futtermittelherstellern und entlang der Transportwegen der Rapssamen.

Die Funde bestätigten Ergebnisse ähnlicher Überwachungsaktionen der letzten beiden Jahre. In diesem Jahr tauchte erstmals eine Rapspflanze auf, die gegen zwei Herbizide, Round up von Monsanto und Basta von Bayer, resistent war. Da es eine derart veränderte Pflanze als Züchtung nicht gebe, müssen sich zwei Gen-Rapssorten gekreuzt haben, folgerten die Gentechnik-Aktivisten.

Professor Masaharu Kawata von der Yokkaichi Universität entdeckte mit seinem Team erstmals mehrjährigen Raps. Die Winter in Japan seien wärmer als in Kanada und hätten es dem Raps ermöglicht zu überleben. Die Pflanzen seien zu Büschen herangewachsen und würden ihre genmanipulierten Samen nun Jahr für Jahr verstreuen. Das könnte ernste Folgen für die Umwelt haben, befürchtet der Wissenschaftler. Denn das manipulierte Erbgut könnte auch auf verwandte Arten wie Senf, Rettich und Kohl auskreuzen.

Die Ergebnisse aus Japan

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