Nachrichten | 21.8.2007

Manipulierte Zwetschgen

Die USA haben den kommerziellen Anbau von Gen-Pflaumen erlaubt

Das US-Landwirtschaftsministerium hat genmanipulierte Pflaumenbäume für den kommerziellen Anbau freigeben. Das ist nach der Zulassung von Gen-Papayas auf Hawaii das zweite Mal, dass Bäume mit fremdem Erbgut großflächig angepflanzt werden können. Die Gen-Pflaumen sind gegen den Plum Pox Virus resistent. Er löst die so genannte Sharka-Krankheit aus, die gefürchtetste Virusinfektion bei Steinobst.

Auf heftige Kritik stieß die Zulassung bei Professor Joe Cummins von der britischen Wissenschaftlervereinigung ISIS. Er warf der US-Behörde vor, mögliche gesundheitliche Folgen nicht geprüft zu haben. Konkret geht es darum, dass die manipulierten Pflaumen bestimmte Ribonukleinsäuren (RNA) produzieren. Das sind Moleküle, die dafür sorgen, dass die Zelle das tut, was im Erbgut vorgesehen ist. Im Falle der Pflaume vermitteln die RNA-Moleküle die Virusresistenz. Die Genehmigungsbehörde hält RNA-Moleküle generell für sicher und hat sich deshalb mit deren massiven Auftreten in den Gen-Pflaumen nicht näher befasst. Cummins verweist auf zahlreiche neue Studien, die zeigen würden, dass RNA-Moleküle toxisch wirken können. Deshalb seien Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen der Pflaumen unverzichtbar.

Das Plum Pox Virus kommt nach Angaben der Verbraucherorganisation Organic Consumers Association (OCA) in den USA kaum vor. OCA befürchtet, dass die US-Behörden mit dieser Zulassung in erster Linie den Weg für andere genmanipulierte Baum-Arten frei machen. An rund 80 verschiedene Arten und Sorten von Bäumen würden Biotechnologen derzeit Gen-Manipulationen und deren kommerzielle Anwendbarkeit untersuchen. Für mehrere Arten laufen Zulassungsverfahrne für den kommerziellen Anbau.

Die größte Gefahr sieht OCA darin, dass die genmanipulierten Pflaumen ökologische und gentechnikfreie konventionelle Pflaumenplantagen großräumig verunreinigen. Das US-Landwirtschaftsministerium räume dies auch ein und schlägt Sicherheitsabstände vor. Doch reichten diese nicht aus, um die Verunreinigung durch Pollen sammelnde Insekten auszuschließen.

Mehr Informationen (auf Englisch) über genmanipulierte Bäume

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