Nachrichten | 10.9.2007

Gates-Stiftung in Afrika

Windows auf für grüne Gentechnik

Die Stiftung des US-Milliardärs und Microsoft-Gründers Bill Gates fördert fragwürdige Agrarprojekte in Afrika. Das berichtete das Greenpeace-Magazin in seiner jüngsten Ausgabe. Demnach setzt die Stiftung auf die Entwicklung von 200 neuen Hochertragssorten, darunter Mais, Bohnen und Cassava (Maniok). Dabei könnten auch gentechnische Methoden zum Einsatz kommen, befürchtet das Magazin. Denn unter Gates' Beratern sind lautstarke Verfechter der Gentechnik, darunter ein ehemaliger Vize-Präsident von Monsanto.

Zudem müssten nach den Vorstellungen der Stiftung Bauern das neue Saatgut künftig teuer einkaufen. Um die Produkte zu vermarkten, schulten die Gates-Mitarbeiter bereits Tausende kleiner Händler, berichtet das Magazin. Bislang wird in Afrika Saatgut nicht jedes Jahr neu gekauft, sondern selbst vermehrt und untereinander getauscht. "Die Gates-Stiftung betreibt den brutalen Abschied von lokal angepassten Sorten, traditionellem Wissen und dem kostenlosen Tausch von Saatgut", kritisiert Mariam Mayet vom African Centre of Biosafety in Südafrika. 70 Organisationen aus zwölf afrikanischen Ländern schickten deshalb einen Protestbrief an Bill Gates. "Wir werden uns gegen diese fehlgeleitete Initiative aus dem Norden wehren", heißt es darin. Vehement fordern die Aktivisten ein Mitspracherecht. "Die Stimmen der Farmer wurden nicht gehört", sagt Mariam Mayet im Greenpeace Magazin. Das neue Programm der Gates-Stiftung zur Bekämpfung der Armut in Afrika ist zunächst mit 110 Millionen Euro jährlich dotiert.

Kritisiert wird die Gates-Stiftung auch, weil sie ihr Vermögen in umweltschädliche Firmen investiert und dadurch mit Umweltzerstörung das Geld verdient, das sie anschließend wohltätig ausgibt.

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