Nachrichten | 10.9.2007

Gen-Raps im Saatgut

Wieder war es Bayer

Die in der vergangenen Woche bekannt gewordene gentechnische Kontamination von Raps-Saatgut geht auf ein Produkt der Bayer AG zurück. Das meldete die Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG) und berief sich dabei auf Angaben des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums. Nach Angaben einer Sprecherin des Ministeriums habe es sich bei dem festgestellten manipulierten Erbgut um Glufosinat-resistentes Saatgut gehandelt. Der Wirkstoff Glufosinat findet sich in den Herbiziden Basta und Liberty des Konzerns. Die von Bayer entwickelten Gen-Pflanzen sind dagegen resistent.

„Weder der Händler noch die betroffenen Landwirte dürfen auf diesem Schaden sitzen bleiben. Hierfür muss der Bayer-Konzern als Verursacher aufkommen“, forderte die CBG. „Der Fall zeigt einmal mehr, dass Gentechnik in der Landwirtschaft unweigerlich zur Kontamination von herkömmlichem Saatgut führt.“ Vor einem Jahr fanden sich Verunreinigungen einer Gen-Reissorte von Bayer in US-Reis und verursachten Millionenschäden. Bereits vor zwei Jahren hatte in Australien Gen-Raps von Bayer Lebensmittel verunreinigt.

In die EU darf keimfähiger Gen-Raps von Bayer seit Frühjahr 2007 zur Verarbeitung als Lebens- und Futtermittel eingeführt werden. Möglich ist auch, dass die Verunreinigung aus früheren Anbauversuchen stammt. Derzeit wird in Mecklenburg-Vorpommern Gen-Raps in einem Freisetzungsversuch angebaut.

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