Nachrichten | 17.9.2007

Hilfreicher Schädling

Maiswurzelbohrer könnte Gen-Mais MON 863 zum Durchbruch verhelfen

Ein neuer Schädling ist in süddeutschen Maisfeldern aufgetaucht. Er soll bis zu 80 Prozent der Ernte vernichten. Mit Spritzmitteln ist ihm nur schwer beizukommen. Doch der Gentechnik-Konzern Monsanto hat eine resistente Gen-Maissorte im Angebot: MON 863.

Der Maiswurzelbohrer ist ein kleiner Käfer, der auf Maispflanzen lebt und seine Eier im Boden ablegt. Die Larven fressen die Maiswurzeln. Stark befallenen Pflanzen stürzen um und sterben ab. Der Käfer stammt aus den USA und richtet dort jedes Jahr Schäden von einer Milliarde Euro an, durch Ernteausfälle und zusätzlich notwendige Spritzmittel. Anfang der 90-er Jahre gelangte der Schädling (vermutlich mit US-Militär) auf den Balkan und breitete sich seither in Südosteuropa aus. Auch im Burgenland, Norditalien und der Südschweiz tauchte er in den vergangenen Jahren auf. In diesem Sommer wurden in Baden-Württemberg und Ostbayern Maiswurzelbohrer festgestellt.

Vor einigen Jahren hat der Agrarkonzern Monsanto eine Gen-Maissorte entwickelt, die ein Gift gegen den Maiswurzelbohrer produziert und dadurch resistent gegen den Schädling ist. Bei dem Gift handelt es sich um eine Variante des Bt-Toxins, das auch andere Gen-Maissorten wie MON 810 enthalten. In Fütterungsversuchen hatten Ratten mit Leberschäden und anderen krankhaften Veränderungen auf MON 863 reagiert.

Bisher ist MON 863 in der EU nur als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Dies erlaubt es US-Farmern, den Gen-Mais anzubauen und daraus hergestellte Produkte in die EU zu importieren. Den Anbau von MON 863 hat Monsanto bisher nicht beantragt. Branchenkenner schätzen, dass dies jedoch bald passieren wird.

Bio-Bauern haben mit dem Maiswurzelbohrer kein Problem. Denn das Tier tritt nur in Monokulturen auf, in denen zwei Jahre hintereinander auf dem gleichen Acker Mais wächst. Die im Bio-Anbau vorgegebene Fruchtfolge ist gleichzeitig das wirksamste Mittel gegen den Wurzelbohrer. Der Anbauverband Biokreis fordert deshalb, den Maisanbau im konventionellen Landbau auf 25 Prozent der Fruchtfolge zu beschränken. Dann würde auf einem Acker nur alle vier Jahre Mais wachsen. „Das ist die beste Bekämpfungsstrategie gegen den Schädling“, argumentiert Biokreis-Geschäftsführer Sepp Brunnbauer. „Denn weder Gift noch Gentechnik werden den Maiskäfer aufhalten“.

Ein Portrait des Maiswurzelbohrers von der Biologischen Bundesanstalt (BBA)

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