Nachrichten | 1.10.2007

Gen-Mais im Anrollen

EU-Kommission wird in Kürze drei neue Gen-Maissorten zulassen

Die EU-Kommission wird in den nächsten Wochen grünes Licht für die Einfuhr von drei Gen-Maissorten als Futter- und Lebensmittel geben. Diese Möglichkeit hat sie, weil bei der jüngsten Sitzung der Agrarminister weder für eine Zulassung noch für eine Ablehnung der drei Sorten die notwendige Zweidrittel-Mehrheit zustande kam. Bei der Abstimmung hatte Agrarminister Horst Seehofer laut Pressemeldungen für die Zulassung gestimmt.

Die wichtigste der drei Sorten ist der Gen-Mais ,,Herkulex”. Er produziert ein Gift gegen den Maiswurzelbohrer und ist so vor diesem Schädling geschützt. In den USA ist Herkulex bereits weit verbreitet. Das hatte zur Folge, dass in US-Importen von Maiskleber als Futtermittel immer wieder Spuren von Herkulex auftauchten. Da die Sorte als Futtermittel nicht zugelassen war, mussten die Schiffe ihre Ladung wieder in die USA zurücktransportieren. Die Importe von Maisgluten seien deshalb praktisch zum Erliegen gekommen, beklagte EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou. Angesichts der steigenden Futtermittelpreise und der Importabhängigkeit der EU sei die Zulassung von ,,Herkulex” dringend.

Die beiden anderen Sorten 1507xNK603 und NK603xMON810sind Kreuzungen aus in der EU bereits zugelassenen, gentechnisch veränderten Maissorten der Hersteller Pioneer und Monsanto. Österreich hatte in der Sitzung der Agrarminister vergeblich argumentiert, dass die von den Herstellern Pioneer und Monsanto gelieferten Studien über die allergenen und toxischen Eigenschaften der Gen-Pflanzen nicht ausreichend seien. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA hatte, wie immer in solchen Fällen, die neuen Sorten für unbedenklich erklärt. Mit der Zulassung von Herkulex gehe die EU der Strategie der USA - erst kontaminieren, dann zulassen - auf den Leim, kommentierte der Biobauer und EU-Parlamentarier Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf.
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