Nachrichten | 8.10.2007

Gentechnik-Kritiker ausgezeichnet

Percy und Louise Schmeiser erhalten den alternativen Nobelpreis

„Für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern“ hat die Stiftung Right Livelihood Award Percy und Louise Schmeiser mit dem alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Das kanadische Farmerpaar kämpft seit Jahren gegen den US-amerikanischen Gentechnikkonzern Monsanto und dessen „ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patentrechts“, wie es die Stiftung nennt.

Über 40 Jahre lang hatten die Schmeisers in der westkanadischen Provinz Saskatchewan Raps angebaut und gezüchtet. „Wir hatten Sorten entwickelt, die speziell an die regionalen Bedingungen angepasst waren. 1998 stellte sich heraus, dass unsere Rapsfelder und damit unser Saatgut mit Gen-Raps von Monsanto verunreinigt waren. Die Arbeit von über 40 Jahren war zerstört,“ erzählt der 76-jährige Farmer im Interview. Es begann eine juristische Auseinandersetzung, die Percy Schmeiser auf seiner Homepage als den „klassischen Aufstand Davids gegen Goliath" bezeichnet. Der Kampf machte Percy Schmeiser zu einem der bekanntesten Gesichter der weltweiten Anti-Gentechnik-Bewegung. Über 50 Länder hat er in den letzten Jahren besucht und dort seine Botschaft verbreitet: „Es gibt keine Koexistenz, keinen Sicherheitsabstand. Die Ausbreitung genmanipulierter Organismen (GMO) lässt sich nicht kontrollieren. Die Wahlfreiheit ist verloren, wenn GMO eingeführt werden.“

Über seine Motive sagt Percy Schmeiser: „Wir wollen unseren Enkeln eine Welt mit sauberen Lebensmitteln, Wasser, Boden und Luft hinterlassen. Außerdem habe ich mich immer für die Bauern eingesetzt.“ Das will er auch weiterhin tun. „Meine Frau Louise und ich haben uns geschworen: So lange wir am Leben sind, werden wir für das Recht der Farmer auf der ganzen Welt kämpfen, ihr eigenes Saatgut anzubauen. Louise hat eine sehr starke Persönlichkeit. Ohne ihre Unterstützung hätte ich das nicht geschafft.“ Deshalb ging der Nobelpreis auch an beide.

Der Alternative Nobelpreis wird seit 1980 vergeben und ist mit 250.000 Euro dotiert, die sich jedes Jahr drei oder vier Preisträger teilen. Ins Leben gerufen hat die Auszeichnung der deutsch-schwedische Publizist Jakob von Uexküll, weil die Stockholmer Nobelstiftung nicht bereit war, auch Nobelpreise für Umwelt, Nachhaltigkeit und Menschenrechte auszuschreiben. Deshalb gründete Uexküll seine eigene Stiftung Right Livelihood Award, die den Preis vergibt. Er gilt heute als weltweit wichtigste Auszeichnung in diesem Bereich.
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