Nachrichten | 15.10.2007

Kein Bud’ bitte!

Greenpeace findet Gen-Reis in US-Budweiser-Bier

Budweiser, die meistverkaufte Premium-Biermarke in den USA, ist aus gentechnisch verunreinigtem Reis gebraut. Die Umweltorganisation Greenpeace hat mitgeteilt, Reis-Proben aus US-Brauereien von Anheuser-Busch seien mit dem Gen-Reis LL601 verunreinigt. Dies habe ein unabhängiges Labor festgestellt. Der Gen-Reis LL601 des Bayer-Konzerns war im letzten Jahr als Verunreinigung in US-Langkornreis aufgetaucht und hatte zu einem weltweiten Skandal geführt.

Anheuser-Busch ist der weltgrößte Brauereikonzern und sein Budweiser eines der wenigen Biere, das mit Reis anstelle von Gerste gebraut wird. Das Unternehmen kauft dafür sechs bis zehn Prozent der US-Reisernte auf. In den USA hatten die Behörden nach dem Genreis-Skandal ganz schnell LL601 als Lebensmittel zugelassen. Für den US-Markt ist die Verunreinigung deshalb rechtlich kein Problem. Doch Anheuser-Busch exportiert Budweiser auch in 60 andere Länder, in denen LL601 nicht zugelassen und ein damit verunreinigtes Bier nicht verkaufsfähig wäre. Anheuser-Busch erklärte auf Anfrage von Greenpeace lediglich, nur gentechnikfreies Bier zu exportieren.

Mit dem gleichnamigen tschechischen (nach Reinheitsgebot gebrautem) Budweiser Bier hat die US-Plörre übrigens nichts zu tun.

Die US-Landwirtschaftsbehörde hat nach einer einjährigen Untersuchung mitgeteilt, dass nicht nachvollziehbar sei, wie der Bayer-Genreis  vom Versuchsfeld in die Nahrungskette gelangt sei. Die dafür notwendigen Aufzeichnungen seien nicht mehr auffindbar, heißt es einem Bericht der Behörde. Zu den verschwundene Unterlagen gehörten Karten mit den genauen Standorten der Versuchsfelder ebenso wie Aufzeichnungen über das Einhalten der Sicherheitsbestimmungen. Aufgrund der fehlenden Unterlagen teilte die Behörde mit, auf juristische Schritte gegen Bayer und die den Versuch ausführende Universität zu verzichten.

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