Nachrichten | 15.10.2007

Ins Wasser gefallen

Gen-Mais kann Wasserorganismen schädigen

Wächst Gen-Mais in der Nähe von Flüssen, kann dies den Wasserbewohnern schaden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Umweltforschern mehrerer US-Universitäten.

Die Wissenschaftler hatten Siebe in zwölf Flüssen montiert, die in der Nähe von Maisfeldern lagen. In den Sieben blieben auch Maiskörner und –blätter hängen, die der Wind oder Tiere ins Wasser verfrachtet hatten. Mit Klebefallen direkt neben den Gewässern wiesen die Forscher nach, dass auch Genmais-Pollen die Flüsse erreichten.

Als nächstes untersuchten sie Wasserinsekten und fanden Genmais-Pollen im Darm von Köcherfliegenlarven. Um festzustellen, ob das Bt-Toxin in den Pflanzenteilen die Tiere schädigt, fütterten die Forscher Köcherfliegenlarven im Labor und mischten dem Futter so viele Gen-Mais-Anteile bei, wie sie zuvor in den Flüssen gefunden hatten. Die Tiere wuchsen nur halb so schnell wie Larven, die genetisch unveränderte Pflanzen fraßen. Kleinere Tiere jedoch haben weniger Nachkommen. Auch erhöhte sich die Sterblichkeit der Larven. „Die Köcherfliegen sind eine Nahrungsquelle  für höhere Tiere wie Fische und Amphibien“, erläuterte Todd Royer, einer der Forscher. „Wenn wir gesunde, funktionierende Ökosysteme wollen, müssen wir alle Teile davon schützen.“ In der Zusammenfassung ihrer Studie bewerten die US-Forscher ihre Ergebnisse als eine „unerwartete Auswirkung des großflächigen Anbaus von Bt-Pflanzen auf das Ökosystem“.

Die Biologischen Bundesanstalt (BBA) sieht in der US-Studie jedoch keinen Grund, das Risiko von Bt-Mais neu zu bewerten. "Da es sich um einen Laborversuch handelt, ist unklar, ob sich dasselbe Verhalten im Freiland zeigen würde“, zitiert die Süddeutsche Zeitung einen Mitarbeiter der BBa. Der wies auch noch darauf hin, dass in der US-Studie nicht stehe, welcher Bt-Mais am Rande der untersuchten Flüsse gewachsen sei und ob dieser Mais in der EU überhaupt zugelassen sei.

powered by