Nachrichten | 29.10.2007

Herkulex kommt

EU-Kommission lässt Gen-Mais und Zuckerrüben zu / Österreichs Verbot gefährdet

Die EU-Kommission hat die Einfuhr der Gen-Maissorte Herkulex erlaubt. Sie darf zu Lebensmitteln verarbeitet und an Tiere verfüttert werden. Der Anbau bleibt verboten. Gleiches gilt auch für zwei weitere Gen-Maissorten und eine genmanipulierte Zuckerrübe. Gleichzeitig hat EU-Umweltkommissar Dimas angekündigt, dass die Anbaugenehmigung der alten Gen-Maissorten Bt11 und 1507 nicht verlängert wird. Österreichische Medien meldeten, dass die EU-Kommission auf der Sitzung der EU-Umweltminister diese Woche einen erneuten Versuch starten will, das österreichische Genmais-Verbot zu kippen.

Die Zulassung der drei Maissorten Herkulex, 1507xNK603 und NK603xMon810 sowie der Gen-Zuckerrübe H7-1 war erwartet worden. Die Mitgliedsstaaten hatten sich über den Antrag nicht einigen können. In solchen Fällen kann die EU-Kommission die Zulassung erteilen und hat es bisher auch immer getan. Erlaubt ist jetzt der Import der Rohware und die Vermarktung der daraus hergestellten Futter- und Lebensmittel. Bedeutung hat dies vor allem für amerikanische Maisbauern. Mehrfach waren Schiffe, die Maiskleber als Futtermittel in die EU bringen sollten wegen Verunreinigungen mit Herkulex zurückgewiesen worden. Die US-Zuckerindustrie hat mit der Verarbeitung gentechnisch manipulierter Zuckerrüben begonnen. Die EU-Zulassung schafft damit Probleme mit illegalen Verunreinigungen von vorneherein aus dem Weg.

Dass Umwelt-Kommissar Dimas zum ersten Mal zwei Genmais-Sorten nicht für den Anbau zulassen will, werteten Greenpeace und die österreichische Umweltorganisation Global 2000 als Erfolg und Schritt in die richtige Richtung. Dass es weitere solche Schritte geben wird, ist fraglich. Beide Sorten spielen für den Anbau keine Rolle mehr, das Interesse der Firmen an einer Verlängerung der Zulassung gilt als nicht sehr groß.

Wesentlich größer ist das Interesse der USA und des Gentech-Konzerns Monsanto, dass endlich die Verbote fallen, mit denen die EU-Staaten Österreich, Griechenland, Ungarn und Polen den Gen-Mais Mon 810 aus ihren Ländern halten. Die EU-Kommission habe das österreichische Importverbot überraschend Die Causa wurde überraschend auf die Tagesordnung des EU-Umweltministerrates am kommenden Dienstag gesetzt, berichtete die österreichische Tageszeitung Die Presse und vermutet, dass es schwierig wird, den Kommissionsvorstoß ein drittes mal abzuschmettern. „Der Grund dafür sind drohende Strafzölle von Seiten der USA gegen die EU. Gerüchten zufolge gibt es bereits detaillierte Listen mit Produkten, die mit zusätzlichen Zöllen belegt werden sollen. Die Strafzölle bewegen sich demnach bei zumindest 400 bis 600 Mio. Euro.“ Grundlage dafür sei das Urteil der Welthandelsorganisation WTO, die letztes Jahr entschieden hatte, dass die Importverbote den Grundsatz des freien Welthandel verletzten.

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