Nachrichten | 7.12.2007

Ahnungslos

Bundesregierung kennt die Kosten der Koexistenz nicht

Die Bundesregierung weiß nicht, welche volkswirtschaftlichen Kosten durch das Nebeneinander von grüner Gentechnik und gentechnikfreier Landwirtschaft entstehen. Diesen Schluss zieht die Bundestagfraktion der Linken aufgrund einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage.

Die linke Agrarpolitikerin Kirsten Tackmann wollte darin zum Beispiel wissen, wie viel die Saatgutbetriebe in den letzten fünf Jahren ausgeben mussten, um die GVO-Freiheit ihrer Produkte nachzuweisen. Das gleiche fragte sie für Imker und ihren Honig ab und für die Gesamtheit der gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirte. Auch wollte sie wissen, wie hoch insgesamt die Kosten für die getrennte Nutzung von Ernte- und Verarbeitungsmaschinen waren und wie teuer der Reinigungsaufwand kam, wenn GVO-Pflanzen verarbeitet worden waren.

Eine ganze Liste solcher Fragen beantwortete die parlamentarische Staatsekretärin des Landwirtschaftsministeriums mit dem Satz: „Die Kosten sind der Bundesregierung nicht bekannt.“ Kirsten Tackmann schloss daraus: „Die Bundesregierung fördert eine Risikotechnologie ohne zu wissen, was dabei für volkswirtschaftliche Kosten entstehen.“  Sie forderte, Anbau und Freisetzungen einzustellen, bis die Folgekosten bekannt seien und Kosten und Nutzen abgewogen werden könnten. „Außerdem müssen selbstverständlich die Verursacher für die Kosten aufkommen.“

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