Nachrichten | 7.1.2008

Gentechnikfrei fasten

Bauer tritt in Hungerstreik

Der französische Bauernführer und Globalisierungsgegner José Bové ist am Donnerstag, den 3. Januar, mit 15 Anhängern in den Hungerstreik getreten, um den Anbau von genmanipulierten Mais zu stoppen. Während ihres Hungerstreikes wohnen die Aktivisten medienwirksam in einem besetzten Haus nahe der Pariser Börse. Mit einem vor dem Umweltministerium aufgestellten Campingwagen wollen sie zusätzlich auf ihr Anliegen aufmerksam machen.

Bové wirft der französischen Regierung vor, in der Diskussion um Genmais ihr Versprechen gebrochen zu haben. Im vergangenen Jahr habe die Regierung zugesagt, bei der Europäischen Kommission eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken, um Genmais zu verbieten. Das entsprechende Schreiben sei aber nie abgeschickt worden. Zudem habe die Regierung nur bis zum 9. Februar den Einsatz von Genmais ausgesetzt. Doch ausgesät wird der Gen-Mais erst im April. Bové will erreichen, dass der französische Präsident Nicolas Sarkozy den Brief an Brüssel abschickt und den Anbau der Genmais-Sorte MON 810 langfristig auf Eis legt.

„Wir halten so lange durch wie nötig“, sagte er der Nachrichten-Agentur AP. In einem Interview mit der Tageszeitung Sudoest stellte der Bauernführer klar, dass ihm Versprechen nicht reichen. „Ein langfristiges Moratorium ist das einzige, was diesen Streik beenden wird.“ Wegen der Verwüstung von Genmais-Feldern wurde Bové bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, der Vollzug der Strafe jedoch ausgesetzt.
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