Nachrichten | 14.1.2008

Ein neues Argument:

Gentech-Pflanzen sollen das Klima retten

Der Klimaschutz als Argument soll dazu beitragen, genmanipulierte Pflanzen hoffähig zu machen. Der Internetdienst Telepolis berichtete über das kalifornische Gentech-Unternehmen Arcadia Bioscience. Es will in China Gen-Reis anbauen, der weniger Stickstoffdünger braucht und dadurch das Klima schont. Das Unternehmen will sich den Anbau sogar als Klimaschutzmaßnahme anerkennen lassen. Dann könnte es zusätzlich durch CO2-Zerifikate Geld verdienen.

Arcadia hat mit Hilfe der Gentechnik Raps, Tabak- und Reispflanzen entwickelt, die Stickstoff besonders effektiv verwerten und deshalb mit weniger Dünger den gleichen Ertrag bringen. Das spart den Bauern Geld und soll das Klima schützen, argumentiert Arcadia: Kommt weniger Stickstoff auf den Acker, sinkt die Gefahr der Überdüngung. Damit sinkt auch der Ausstoß des extrem klimaschädlichen Lachgases (N2O), der von der Überdüngung abhängt. Würde der gesamte weltweit angebaut Reis durch Arcadia-Reis ersetzt, würden 50 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente weniger emittiert, behauptet das Gentech-Unternehmen. Zusätzlich könnten die Bauern eine Milliarde Euro mit CO2-Zertifikaten verdienen.

Zusammen mit der chinesischen Provinz Ningxia will das Unternehmen ab 2012 den Reis anbauen. Doch bisher hat China noch keinen Gen-Reis für den kommerziellen Anbau zugelassen. Derzeit misst Arcadia die Treibhausgas-Emissionen, die normaler Reis verursacht. Das ist eine Voraussetzung dafür, um als Klimaschutzmaßnahme anerkannt zu werden. Mit australischen Organisationen wollen die Gentechniker stickstoff-effizienten Weizen und Gerste entwickeln.
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