Nachrichten | 18.2.2008

Gen-Maispollen im Schutzgebiet

Naturschutzbund fordert Sicherheitsabstand

Der Anbau von genmanipuliertem Mais kann die Artenvielfalt in Schutzgebieten gefährden. Das geht aus einer Studie hervor, die der Naturschutzbund Deutschland (NABU) im Auftrag des Landesumweltamtes Brandenburg erstellt hat. Der NABU fordert deshalb einen Mindestabstand von 1000 Metern zwischen Gentechnik-Feldern und Schutzgebieten. Zudem müsse der Anbau der Gen-Maissorte MON 810 so lange ausgesetzt werden, bis Risiken für Mensch und Natur ausgeschlossen werden könnten. Im kürzlich verabschiedeten neuen Gentechnikgesetz sind keine Sicherheitsabstände zu Naturschutzgebieten vorgesehen.

Der NABU hatte im Sommer 2007 im und am Naturschutzgebiet Ruhlsdorfer Bruch in Brandenburg mit Hilfe von Pollenfallen und Bienen Pollen eingesammelt und untersucht. Das Naturschutzgebiet im Oderbruch ist von zahlreichen Gen-Maisfeldern umgeben. Der dort angebaute Gen-Mais MON 810 steht im Verdacht, Schmetterlinge und andere Insekten zu schädigen. Im Ruhlsdorfer Bruch kommen zwei seltene Schmetterlingsarten vor: der Große Feuerfalter und der Skabiosen-Scheckenfalter.

An allen Mess-Standorten im Ruhlsdorfer Bruch fanden die NABU-Experten nach eigenen Angaben „erhebliche Maispolleneinträge“. Im Nahbereich waren es 1,75 Millionen Maispollen pro Quadratmeter. An einem 120 Meter entfernten, mitten im Schutzgebiet gelegenen Standort, wiesen die Pollensammler noch 99.000 Maispollen pro Quadratmeter nach. Davon enthielt fast die Hälfte das manipulierte Erbgut der Gen-Maissorte MON 810. Auch die im Naturschutzgebiet aufgestellten Bienenvölker sammelten fleißig Gen-Maispollen.

Das brandenburgische Umweltministerium erklärte, es „hoffe auf eine einvernehmliche Empfehlung von Naturschützern und Bauernverbänden, die konkrete Mindestabstände zu benachbarten Schutzgebieten vorsieht.“ Im letzten Jahr hatte das Ministerium ein Gen-Maisfeld umpflügen lassen, das in das Naturschutzgebiet hineingeragte.

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