Nachrichten | 18.2.2008

Neue Studie vorgelegt

Gentechnik-Pflanzen brauchen mehr Pestizide

Der Anbau genmanipulierter Pflanzen hat zu einem massiven Anstieg von Pestiziden in der Landwirtschaft geführt und der Beitrag zur Armutsbekämpfung hat sich als leeres Versprechen erwiesen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report der Umweltorganisation Friends of Earth (FoE).

Die FoE-Experten werteten Studien und Statistiken aus den Ländern aus, in denen besonders viele Gentech-Pflanzen angebaut wurden. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die manipulierten Sojabohnen und Maispflanzen von Monsanto gegen das Herbizid Glyphosat resistent sind, sondern auch immer mehr Unkräuter. Um diese Super-Unkräuter wirkungsvoll zu bekämpfen, spritzen US-Farmer neben immer mehr Glyphosat auch andere giftige Pestizide. So hat sich laut FoE der Einsatz des Pestizids 2,4-D im Sojaanbau von 2002 bis 2006 mehr als verdoppelt. Gleichzeitig spritzten die Sojafarmer auch 43 Prozent mehr Glyphosat. Die US-Mais-Farmer setzten 2005 fünf mal Mehr Glyphosat ein als 2002. Gleichzeitig stieg auch der Verbrauch des Spritzgiftes Atrazin um 12 Prozent. Dieser Wirkstoff ist in der EU wegen seiner Giftigkeit verboten. Auch in Südamerika tauchen laut FoE immer mehr resistente Unkräuter auf, während parallel dazu der Pestizidverbrauch steigt. Weltweit seien inzwischen 58 resistente Unkräuter nachgewiesen, die sich auf insgesamt einer Million Hektar landwirtschaftlicher Fläche breit gemacht haben.

Mit Hilfe von Ernte-Statistiken konnte FoE nachweisen, dass sich der Anbau der Gentech-Pflanzen „im besten Fall neutral auf die Erträge auswirkte“. Bei Roundup Ready Soja seien die Ernten im Schnitt sogar fünf bis zehn Prozent niedriger ausgefallen. Auch hätten die Gentech-Pflanzen nicht dazu beigetragen, Hunger und Armut zu verringern. „Die am weitesten verbreitete Gentech-Pflanze, Roundup Ready Soja, wird überwiegend von großen, industrialisierten Betrieben in wenigen Staaten angebaut, um als Viehfutter in reiche Länder exportiert zu werden. Die Gen-Soja-Monokulturen in Lateinamerika vertreiben Kleinbauern von ihrem Land, vermindern die Anbaufläche von Lebensmitteln und verringern so die Versorgungssicherheit.“ Der Anbau von Bt-Baumwolle habe zahlreiche Kleinbauern in Indien und Südafrika ruiniert.

Falschaussagen wirft der Report der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA vor. Dieser von den Gentechnik-Konzernen gesponserte Verband veröffentlicht regelmäßig Erfolgsmeldungen über den Anbau genmanipulierter Pflanzen.

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