Nachrichten | 25.2.2008

Der Streit geht weiter

SPD fordert Verbot von MON 810

Die Auseinandersetzung innerhalb der Bundesregierung um den Anbau von Gen-Mais in Deutschland ist mit der Verabschiedung des neuen Gentechnikgesetztes nicht beendet. Ulrich Kelber, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion, hat in der Neue Ruhr Zeitung (NRZ) Landwirtschaftminister Horst Seehofer aufgefordert, den Gentech-Mais MON 810 zu verbieten.

"Wir erwarten von Landwirtschaftsminister Seehofer, dass er MON 810 verbietet", zitierte die NRZ den SPD-Politiker. Die Bundestags-Grünen forderten in einem Antrag, den Verkauf von MON 810-Saatgut zu verbieten und die Einfuhr des Gentech-Maises zu stoppen. Soweit will die SPD allerdings nicht gehen. Die Regierungskoalition lehnte den Antrag im Agrarausschuss des Bundestages ab. „Die SPD, die mehrmals ein Verbot von MON810-Mais wie in Frankreich forderte, ist offenbar nicht in der Lage, sich in der Koalition durchzusetzen“, kommentierte die grüne Ausschussvorsitzende Ulrike Höfken die Abstimmung.

Wie schnell manipuliertes Maiserbgut die Nahrungskette verunreinigen kann, zeigt ein aktueller Fall aus den USA. Dort musste der Chemiekonzern Dow die Behörden informieren, dass in Gen-Mais der Sorte Herkulex Verunreinigungen einer bisher in den USA nicht zugelassenen Gen-Maissorte namens Event 32 aufgetaucht sind. Nach Angaben des Unternehmens passierte die Verunreinigung auf einem firmeneigenen Anbaugelände. Das kontaminierte Saatgut war seit 2006 im Handel und wurde im vergangenen Jahr auf 18.000 Hektar im US-Staat Iowa angebaut worden. Das betroffene Saatgut für diese Anbausaison hat Dow zurückgerufen. Nach Ansicht der US-Behörden ist die festgestellte Verunreinigung von 0,3 Prozent kein Grund zur Sorge.

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