Nachrichten | 5.3.2008

Ohne Gentechnik

Hersteller stehen in den Startlöchern

Noch ist der von Bundesrat und Bundestag verabschiedete Gesetzentwurf nicht in Kraft getreten. Doch die ersten konventionellen Lebensmittelhersteller und Händler haben bereits angekündigt, dass sie die Kennzeichnung ‚Ohne Gentechnik’ für tierischen Produkte verwenden wollen.

Als erster hatte sich der Geflügelfleischproduzent PHW gemeldet, der mit seiner Hähnchen-Marke Wiesenhof rund 900 Millionen Euro im Jahr umsetzt. Auch bei Bio-Geflügel ist das Unternehmen mit 10.000 geschlachteten Tieren pro Woche einer der größten Produzenten in Deutschland. Wiesenhof verzichtet nach eigenen Angaben bereits seit Jahren auf den Einsatz gentechnisch veränderten Sojas bei der Fütterung. Andere Unternehmen, die ebenfalls seit längerem ohne gentech-Pflanzen im Futtertrog arbeiten, könnten schnell folgen. Der Gentechnikfrei einkaufen Gatgeber von Greenpeace nennt zum Beispiel den Lebensmittelkonzenr Unilever mit seiner ‚Du darfst’-Wurst.

Der hessische Regional-Händler Tegut wolle „zeitnah nach Inkrafttreten" mit der Aussage ‚ohne Gentechnik’ arbeiten, meldete die Lebensmittelzeitung (LZ).  Für den Lebensmitteleinzelhandel sei das Thema von Interesse, auch wenn die Unternehmen bislang noch nicht Farbe bekennen wollten. Vor allem Rewe dränge auf eine praktikable gemeinsame Lösung, schreibt das Fachblatt. Bei Fleischprodukten wird laut LZ darüber nachgedacht, die ‚Ohne Gentechnik’-Kennzeichnung in das bestehende konventionelle QS-Siegel zu integrieren. Die Zeitung zitiert Branchenbeteiligte mit den Worten: „Greenpeace steht dem Handel in Sachen Gentechnologie auf den Füßen.“

Auf der Bremse stehen immer noch die großen Organisation der Futtermittelwirtschaft wie der Raiffeisenverband und der Verband der Ölmühlen. Sie argumentieren in einer gemeinsamen Mitteilung: „Derzeit sind lediglich ca. zehn Prozent des für den europäischen Markt verfügbaren Sojaschrotes nicht kennzeichnungspflichtig und stehen für die Erzeugung von tierischen Lebensmitteln unter dem Label „ohne Gentechnik“ zur Verfügung. Die Verbände erwarten daher, dass sich diese Etikettierung zunächst auf Marktnischen beschränken wird.“

Informationen zur Kenzeichnung ‚Ohne Gentechnik’ hat die Verbraucherorganisation Foodwatch zusammengestellt.
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