Nachrichten | 10.3.2008

Neuer Report:

Die Verunreinigung geht weiter

Die Umweltorganisationen Greenpeace International und GeneWatch haben für 2007 in ihrem Contamination Register 28 Verunreinigungen der Lebensmittelkette mit genveränderten Organismen (GVO) aufgelistet. Hinzu kamen noch elf Fälle von illegalem Anbau. Neu aufgenommen wurden in die dritte Aktualisierung des Reports auch noch 32 Verunreinigungen, die sich 2006 ereigneten. In den elf Jahren seit der Freigabe des GVO-Anbaus in den USA sind damit 216 Vorkommnisse registriert worden, die auch offiziell bekannt wurden. Gezählt wurde dabei jeder GVO pro Land, in dem er ungewollt auftauchte, nur einmal. Greenpeace geht davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher ist und beklagte, dass es immer noch kein weltweites Monitoring für GVO-Verunreinigungen gebe.

Von den 39 registrierten Fällen für 2007 entfielen 20 auf Reis, neun auf Mais und vier auf Fisch. Auch Sojabohnen, Raps, Baumwolle und Papaya waren betroffen. Bei den Reis-Kontaminationen handelte es sich um erneute Funde der Gen-Reissorten LL601 und LL62 von Bayer sowie der chinesischen Gen-Reissorte Bt63 in mehreren Ländern. Illegalen Anbau von Gen-Mais meldete der Report aus Mexiko und Peru. In Rumänien entdeckten die Behörden ein 290 Hektar großes Feld mit illegalem Gen-Soja. In den USA fand eine Biosaatgutfirma erstmals Spuren von Gen-Mais in einer ihrer Lieferungen. Deutschland ist mit zwei Sorten Gen-Reis, illegal importierten genmanipulierten Zierfischen, verunreinigtem Rapssaatgut sowie einer Gen-Papaya aus den USA im Report vertreten. Ein eigenes Kapitel widmet sich den Fällen, in denen in den letzten Jahren manipuliertes Erbgut aus Feldversuchen den Weg in die Lebensmittelkette fand. Ein Großteil der Kontaminationen geht auf die oben genannten Reissorten zurück. Aber auch beim Versuchsanbau von Zuckerrüben, Papayas, Mai, Raps und Baumwolle machte sich das manipulierte Erbgut vom Acker. Besonders pikant sind mehrere Fälle, in denen genmanipulierte Versuchsschweine verwurstet wurden.

Das Fazit der beiden Umweltorganisationen: „Wie in den vergangene Jahren gibt es auch diesmal wenig Hinweise, dass die Verantwortlichen aus den bisherigen Kontaminationsfällen ihre Lehren gezogen hätten.“

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